17 January 2026, 17:43

AfD-Nachwuchs in NRW: Machtkampf zwischen Rechtsextremen und Parteiführung

Ein altes Deutschland-Karte mit Westfalen hervorgehoben, gerahmt und mit beschreibendem Text.

AfD-Nachwuchs in NRW: Machtkampf zwischen Rechtsextremen und Parteiführung

In der nordrhein-westfälischen AfD bahnt sich ein Machtkampf an, während sich ein neuer rechtsextremer Jugendverband auf die Wahl seiner Führung in Iserlohn vorbereitet. Über 300 junge Mitglieder kommen an diesem Wochenende zusammen, um zwischen zwei verfeindeten Lagern zu entscheiden – eines wird von der Landespartei unterstützt, das andere von einer umstrittenen rechtsextremen Figur, die kürzlich aus der Partei ausgeschlossen wurde.

Die neue Organisation Generation Deutschland (GD) ersetzt die Junge Alternative, die im vergangenen Jahr verboten wurde, nachdem sie vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft worden war. Anders als ihr Vorgänger agiert die GD als direkter AfD-Ableger, wobei die Mitgliedschaft auf Parteimitglieder beschränkt bleibt.

Bei der Wahl stehen sich zwei Kandidaten gegenüber: Der von Landeschef Martin Vincentz favorisierte 33-jährige Manuel Krauthausen und der 24-jährige Luca Hofrath, der vom rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich unterstützt wird. Krauthausen hat wiederholt antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und eine Massen-"Remigration" gefordert. Hofrath hingegen pflegt enge Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung und trat bereits gemeinsam mit bekannten Extremisten auf. Helferich, der im Sommer 2025 wegen ethnonationalistischer Äußerungen aus der AfD ausgeschlossen wurde, bleibt vorerst Parteimitglied und klagt gegen den Beschluss. Sein Einfluss ist bereits auf dem vorläufigen Instagram-Account der GD sichtbar, wo seine Anhänger dominieren. Ein Sieg von Helferichs Lager könnte Vincentz’ Position als Landesvorsitzender vor der Neuwahl 2026 gefährden. Die Veranstaltung offenbart die tiefen Gräben innerhalb der AfD – das Ergebnis dürfte die künftige Ausrichtung der Partei in NRW prägen.

Die Abstimmung über die Führung wird zeigen, ob der rechtsextreme Flügel die Kontrolle über den AfD-Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen kann. Sollten Helferichs Unterstützer erfolgreich sein, könnte dies nicht nur Vincentz’ Autorität untergraben, sondern die Landespartei noch weiter nach rechts drängen. Gleichzeitig wird sich erweisen, ob die AfD in der Lage ist, innerparteiliche Disziplin durchzusetzen.