20 February 2026, 12:59

AfD unter Nepotismus-Verdacht: Familienmitglieder als Mitarbeiter in mehreren Bundesländern

Ein Mann in Milit├Ąruniform sitzt an einem Tisch mit dunklem Hintergrund, identifiziert als Verteidigungsminister durch den Text am unteren Rand des Bildes.

AfD: Klaus Esser sollte nicht mehr nicht arbeitende Senior einstellen - AfD unter Nepotismus-Verdacht: Familienmitglieder als Mitarbeiter in mehreren Bundesländern

Rechte AfD in der Kritik: Vorwürfe der Vetternwirtschaft bei Anstellung von Familienmitgliedern

Die rechtspopulistische AfD steht wegen neuer Vorwürfe in der Kritik, mehrere Abgeordnete hätten Familienangehörige für parlamentarische Tätigkeiten eingestellt. Aktuelle Berichte nennen Fälle in verschiedenen Bundesländern, was Fragen zur Transparenz und möglichen Bevorzugung aufwirft. Ein Beispiel betrifft eine 80-jährige Frau, die im Büro des nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Klaus Esser beschäftigt ist – deren Ehemann wiederum zum engeren Umfeld des Politikers zählen soll.

Die 80-jährige Rosemarie Z. ist offiziell als Mitarbeiterin in Klaus Essers Wahlkreisbüro geführt. Angesichts ihres Alters gibt es jedoch Zweifel, ob sie die Aufgaben tatsächlich aktiv ausübt. Ihr Mann, Werner Z., soll Teil eines informellen Netzwerks um Esser sein. Wie Der Spiegel berichtet, verlässt Werner Parteiveranstaltungen oft früh, um seine Frau nicht zu lange allein zu Hause zu lassen. Beide haben sich zu der Regelung nicht geäußert.

Esser weist die Nepotismus-Vorwürfe zurück und betont, er setze sich für die Einbindung älterer Menschen in die politische Arbeit ein. Seine Glaubwürdigkeit ist jedoch bereits durch separate Vorwürfe wegen gefälschter akademischer Titel angeschlagen – ein Fall, der zu einem Hausverbot und laufenden Gerichtsverfahren führte.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Esser. In den vergangenen Wochen wurden mindestens drei weitere AfD-Politiker mit ähnlichen Praktiken in Verbindung gebracht: In Niedersachsen arbeitet die Ehefrau des Landesvorsitzenden Ansgar Schledde für einen Bundestagsabgeordneten der Partei. In Baden-Württemberg ist die Frau des Kandidaten Martin Frohnmaier bei einem anderen AfD-Mitglied des Bundestags angestellt. Und der Bundesvorsitzende Tino Chrupalla soll seit 2017 die Ehefrau eines sächsischen Landtagsabgeordneten in seinen Bürgerbüros beschäftigt haben.

AfD-Co-Chefin Alice Weidel räumte ein, dass die Anstellung von Angehörigen in politischen Funktionen Risiken berge. Sie forderte klarere gesetzliche Regelungen, um Missbrauch vorzubeugen – eine direkte Verurteilung der Praxis blieb sie jedoch schuldig.

Die Häufung der Fälle setzt die AfD unter Druck, ihre Einstellungspraxis offenzulegen und für mehr Transparenz zu sorgen. Angesichts der wachsenden Zahl unter Beobachtung stehender Abgeordnete könnten Forderungen nach Reformen lauter werden. Weidels Appell an gesetzliche Änderungen deutet auf eine interne Problemerkenntnis hin, konkrete politische Konsequenzen stehen jedoch noch aus.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones