19 February 2026, 01:26

Alice Schwarzer lobt Merkels Vermächtnis – und kritisiert Baerbocks feministische Außenpolitik

Eine Person, die eine Weltkugel mit der Aufschrift "Congres International pour le Suffrage des Femmes" darüber auf einem Plakat für die Internationale Frauenwahlrechtsbewegung in Budapest, Ungarn, hält.

Alice Schwarzer lobt Merkels Vermächtnis – und kritisiert Baerbocks feministische Außenpolitik

Die prominente Feministin Alice Schwarzer hat ihre Einschätzung zur Rolle der Frauen in der deutschen Politik geäußert und dabei sowohl Fortschritte als auch Rückschläge hervorgehoben. Einerseits würdigte sie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel als bahnbrechende Persönlichkeit, andererseits übt sie scharfe Kritik an der aktuellen Politik unter Außenministerin Annalena Baerbock. In ihren Ausführungen ging Schwarzer auch auf den wachsenden Einfluss der AfD ein und deren mögliche Folgen für die Gleichstellungspolitik.

Schwarzer bezeichnete Merkel als prägende Führungskraft, deren Wirken gesellschaftliche Einstellungen nachhaltig verändert habe. Als Beispiel führte sie an, dass Kinder statt eines Schneemanns eine 'Schnee-Merkel' bauten – ein Zeichen dafür, wie tief die ehemalige Kanzlerin das öffentliche Bewusstsein geprägt habe. Merkel habe während ihrer Amtszeit Frauen in Spitzenpositionen normalisiert und damit jungen Frauen ein starkes Vorbild gegeben, so Schwarzer.

Kritisch äußerte sie sich hingegen zur 'feministischen Außenpolitik' von Annalena Baerbock. Schwarzer warf der Ministerin vor, in Krisenregionen wie dem Iran oder Afghanistan keine konkreten Schritte zur Unterstützung von Frauen unternommen zu haben. Symbolische Gesten reichen ihrer Meinung nach nicht aus, um echten Wandel herbeizuführen – hier brauche es Taten statt Worte.

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Zum Aufstieg der AfD sagte Schwarzer, die Partei gewinne zwar politisch an Gewicht, berge aber die Gefahr, feministische Errungenschaften zurückzudrängen. Überraschenderweise merkte sie an, dass eine mögliche Kanzlerschaft von AfD-Chefin Alice Weidel paradoxerweise sogar die Emanzipation der Frauen stärken könnte – allein durch die Besetzung des höchsten Amtes mit einer Frau. Konkrete Daten, wie sich der Aufstieg der AfD in den vergangenen fünf Jahren direkt auf die Repräsentation von Frauen in politischen Führungspositionen ausgewirkt hat, nannte sie jedoch nicht.

Schwarzers Aussagen unterstreichen die Widersprüchlichkeit des genderpolitischen Fortschritts in Deutschland. Während Merkels Erbe weiterhin Maßstäbe setzt, stellen aktuelle Politiken und der Aufstieg der AfD anhaltende Herausforderungen dar. Ihre Analysen zeigen: Es gibt beachtliche Erfolge – doch der Kampf um gleichberechtigte Teilhabe in Führungspositionen ist noch lange nicht gewonnen.