18 March 2026, 01:03

Asylanträge in Hessen sinken – doch Bearbeitungszeiten explodieren

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnen auf Stangen, unter einem bewölkten Himmel.

Geringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Asylanträge in Hessen sinken – doch Bearbeitungszeiten explodieren

Deutschland hat zehn Länder als "sichere Herkunftsstaaten" für Asylanträge eingestuft. Zu der Liste gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, der Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, die Republik Moldau, der Senegal und Serbien. Gleichzeitig ist die Zahl der Asylsuchenden, die in Hessen ankommen, im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

Die Gesamtzahl der Asylantragsteller in Hessen sank 2025 auf knapp unter 8.000. Das stellt einen spürbaren Rückgang gegenüber fast 15.000 im Vorjahr dar. Trotz Schwankungen seit 2020 blieb der Anteil der Anträge aus "sicheren Herkunftsstaaten" prozentual stets gering.

Kein einziger "sicherer Herkunftsstaat" machte in den vergangenen drei Jahren auch nur annähernd ein Prozent aller in Hessen gestellten Asylanträge aus. Bundesweit zeigte sich ein Höhepunkt im Jahr 2022, gefolgt von einem kontinuierlichen Rückgang bis 2024.

Die Bearbeitungszeiten für Asylsuchende haben sich erheblich verlängert. Türkische Staatsangehörige verbringen mittlerweile durchschnittlich 226 Tage in Erstaufnahmeeinrichtungen – ein Anstieg gegenüber 63 Tagen im Jahr 2023. Syrier sehen sich ähnlichen Verzögerungen gegenüber: Ihre Aufenthaltsdauer stieg im selben Zeitraum von 66 auf 197 Tage. Nach deutschem Recht ist ein Aufenthalt in solchen Einrichtungen grundsätzlich auf 18 Monate begrenzt, sofern keine besonderen Umstände vorliegen.

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Die aktuellen Zahlen verdeutlichen einen klaren Rückgang der Asylanträge in Hessen. Auffällig ist zudem die verlängerte Bearbeitungsdauer für bestimmte Nationalitäten. Die Einstufung als "sicherer Herkunftsstaat" prägt weiterhin die Asylpolitik, hat jedoch kaum Einfluss auf die Gesamtzahl der Anträge in der Region.

AKTUALISIERUNG

Hessen verzeichnet fortgesetzten Asylrückgang zu Beginn von 2026 – Afghanistan führt die Herkunftsländer an

Die Asylanträge in Hessen bleiben zu Beginn von 2026 niedrig. Die neuesten Daten des EASY-Systems zeigen 1.075 neue Ankünfte von Januar bis Februar 2026. Afghanistan macht 35,9% dieser Fälle aus, gefolgt von Syrien (12,3%) und der Türkei (11,9%). Stand 27. Februar befanden sich 4.355 Personen in den Erstaufnahmeeinrichtungen von Hessen, davon 69% männlich und 14% Kinder.