16 December 2025, 02:13

Autonome Schiffe: Norwegen steuert voran – Deutschland hinkt hinterher

Schiffe auf dem Wasser am Bildrand mit Fahrzeugen, Bäumen, Masten, Flugzeugen und Gebäuden im Hintergrund.

Autonome Schiffe: Norwegen steuert voran – Deutschland hinkt hinterher

Kapitän von Bord

Eine Konferenz in Hamburg zeigt: Die autonome Schifffahrt in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen. Anderswo, etwa im Oslofjord, werden Containerschiffe bereits per Fernsteuerung auf hoher See manövriert.

2025-10-08T08:16:00+02:00

Die Schifffahrtsbranche steuert auf eine stärkere Automatisierung zu – Unternehmen testen selbstfahrende und ferngesteuerte Schiffe. Von Küstentankern bis zur Binnenschifffahrt soll neue Technik die Kosten senken, die Effizienz steigern und den Personalmangel beheben. Mehrere Projekte in Europa setzen diese Ideen bereits in die Praxis um.

Norwegen macht in der autonomen Küstenschifffahrt das Rennen. Der Konzern Yara International erprobt mit der Yara Birkeland das erste halbautonome Küstenschiff der Welt, das in 60 Ländern unterwegs ist. Gleichzeitig entwickeln Unternehmen wie Kongsberg Maritime und Massterly – ein Joint Venture von Wilhelmsen und Hinna Maritime – ähnliche Systeme. In Deutschland arbeiten Forschungsgruppen wie AutoSea, Fraunhofer-Institute und das MUNIN-Projekt (mit Beteiligung von L-3 Technologies und Germanischer Lloyd) ebenfalls an autonomen Lösungen.

Autonome und ferngesteuerte Schiffe werden Realität – mit Testläufen in Norwegen, Deutschland und darüber hinaus. Künftige Kapitäne könnten künftig im Schichtdienst von Büros aus Schiffe steuern, statt wochenlang auf See zu sein. Mit dem technologischen Fortschritt rechnet die Branche mit weniger Verzögerungen, geringerem Treibstoffverbrauch und Lösungen für den Fachkräftemangel auf wichtigen Routen.