15 April 2026, 00:28

Berliner RAW-Gelände kämpft um sein kulturelles Überleben gegen Luxuswohnungen

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, einige tragen Masken, mit verstreuten Taschen und Gegenständen, unter einem klaren blauen Himmel umgeben von Bäumen.

Berliner RAW-Gelände kämpft um sein kulturelles Überleben gegen Luxuswohnungen

Rettungs-Rave für Berlins RAW-Gelände: Protest gegen Verdrängung der Clubkultur

Dieses Samstag findet ein Demonstrations-Rave statt, um das Berliner RAW-Gelände zu retten – einen zentralen Kulturort, der durch Umnutzungspläne bedroht ist. Clubbetreiber:innen, politische Gruppen und Anwohner:innen wehren sich gemeinsam gegen die Vorhaben des Grundstückseigentümers Richard Kurth, der die Clubs und Veranstaltungsorte durch Wohnungen ersetzen will.

Kurth treibt seit Jahren die Umgestaltung des RAW-Areals voran. Erst kürzlich zog er mehreren Clubs, darunter Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia, die Betriebserlaubnis zurück. Ohne gültige Genehmigungen arbeiten sie nun im rechtlichen Graubereich.

Die Auseinandersetzung eskalierte, als Kurth sich weigerte, kurzfristige Mietverträge zu verlängern. Stattdessen bestand er auf sein Recht, Wohnraum zu schaffen – trotz eines Beschlusses der Bezirksversammlung, der dies untersagt. Ein aktueller Resolutionsentwurf schlägt nun einen Kompromiss vor: Kurth könnte das Gelände bebauen, müsste aber im Gegenzug langfristig geförderte Bedingungen für Clubs und Kulturstätten für mindestens 30 Jahre garantieren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch die Spannungen bleiben, besonders beim Zeitplan. Kurth hat informell ein Ultimatum bis Ende dieses Monats gesetzt, um Klarheit in Sachen Brandschutz, Lärmschutz und Zuständigkeiten zu erhalten. Er wirft dem Bezirk Vorlaufverschleppung vor, während die Behörden auf eine sorgfältige Planung vor der Finalisierung eines verbindlichen Bebauungsplans pochen.

Als Reaktion unterstützen SPD, Grüne und Linke den Protest. Die Clubbetreiber:innen, die Kurths Forderungen nicht akzeptieren wollen, schließen sich dem Marsch am Samstag an, um ihre Sorgen lautstark zu äußern. Die Demonstration startet am Hermannplatz in Neukölln und endet direkt auf dem RAW-Gelände.

Ziel des Protests ist es, Druck auf Kurth und die lokalen Behörden auszuüben, um die kulturelle Bedeutung des RAW-Standorts zu bewahren. Ohne eine Lösung droht mehreren Clubs die endgültige Schließung. Der Ausgang der Samstagsdemo könnte die Zukunft eines der ikonischsten Kulturorte Berlins entscheiden.

Quelle