30 March 2026, 14:25

Berliner Tafel kämpft gegen Rekordnachfrage – wie Freiwillige die Lebensmittelkrise stemmen

Orange Schübe mit Lebensmittelspenden gefüllt, darunter Flaschen, Dosen und Kisten, mit Informationsschildern und Blick auf Fahrzeuge, Bäume, Gebäude und Himmel durch Glasfenster.

Berliner Tafel kämpft gegen Rekordnachfrage – wie Freiwillige die Lebensmittelkrise stemmen

Freiwillige in Berlin engagieren sich gegen wachsende Nachfrage nach Lebensmittelhilfe

In einem Neuköllner Supermarkt sammeln Anne, Uschi und Marianne Spenden für die Berliner Tafel – Teil einer Osterkampagne, die angesichts immer längerer Schlangen vor den Ausgabestellen dringend benötigt wird. Die Nahrungsmittelbanken in der Hauptstadt stehen unter zunehmendem Druck, da die Nachfrage nach Unterstützung stetig steigt.

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Seit über drei Jahrzehnten organisiert die Berliner Tafel Lebensmittelsammlungen. Gegründet 1993, betreibt die Initiative heute 48 Verteilstellen in der Stadt und versorgt monatlich rund 94.000 Menschen. Obdachlosenunterkünfte, Suppenküchen und bedürftige Familien erhalten so jeden Monat 660 Tonnen Lebensmittel – eine logistische Meisterleistung, die ein zentrales Lager und 25 Lieferfahrzeuge am Laufen hält.

Die aktuelle Osteraktion, die noch bis zum 4. April 2026 läuft, kooperiert mit 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland. Kundinnen und Kunden sind aufgerufen, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt mitzunehmen und es den Freiwilligen an der Kasse zu überlassen.

Pandemie und Ukraine-Krieg verschärfen die Krise Seit der Corona-Pandemie und dem Beginn des Krieges in der Ukraine hat sich die Zahl der Hilfesuchenden fast verdoppelt. Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) bezeichnet die langen Schlangen vor den Ausgabestellen als ein "Alarmsignal" an die Bundesregierung.

Hinter den Kulissen packen Freiwillige wie die 33-jährige Anne mit an: Neben ihrem Job im KaDeWe hilft sie jeden Donnerstag bei der Tafel. Uschi, 76, unterstützt seit 14 Jahren die Ausgabestelle an der Magdalenenkirche. Ihr Engagement steht exemplarisch für einen bundesweiten Trend: Mittlerweile gibt es in Deutschland über 970 Tafel-Initiativen, die jährlich 1,5 bis 2 Millionen Menschen erreichen.

Ausbau der Hilfe dringend nötig Angesichts der steigenden Nachfrage erweitert die Berliner Tafel kontinuierlich ihr Netzwerk. Die Osterkampagne soll die Bestände vor dem April-Stichtag aufstocken. Doch ohne die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen, Logistik und Supermarktpartnern wäre die Versorgung der Stadt nicht denkbar.

Quelle