Biogasanlagen in Deutschland kämpfen um Überleben nach Ende der EEG-Förderung 2026
George BenthinBiogasanlagen in Deutschland kämpfen um Überleben nach Ende der EEG-Förderung 2026
Biogasanlagen in Deutschland stehen vor ungewisser Zukunft – Schlüssel-Subventionen laufen 2026 aus
Allein in Schleswig-Holstein sind rund 1.300 Biogasanlagen seit 2006 auf staatliche Förderung angewiesen, doch viele verlieren bald ihre 20-jährige Finanzierung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ohne neue kfw förderung könnten Betreiber gezwungen sein, ihre Anlagen stillzulegen oder ihre Geschäftsmodelle grundlegend umzustellen.
Bis 2031 trifft das Auslaufen der EEG-Förderung voraussichtlich etwa 700 Biogasanlagen in Schleswig-Holstein. Bundesweit könnten zwischen 8.600 und 10.000 Anlagen schließen oder auf neue Systeme umstellen, falls keine tragfähige Nachfolgeregelung geschaffen wird. Seit 2020 sinkt die Zahl der aktiven Anlagen bereits – mit Folgen für die regionale Stromversorgung und Wärmeversorgung in ländlichen Gebieten.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen Betreiber auf Modernisierungen, um die installierte Leistung zu steigern und gleichzeitig die Betriebszeiten zu reduzieren. Flexibilitätsprämien fördern eine bedarfsgerechte Produktion, sodass Anlagen ihre Erzeugung hochfahren können, wenn Wind- und Solarstrom schwächeln. Dieser Ansatz passt zur Energiewende, in der Biogas eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung der erneuerbaren Stromversorgung spielt.
Neue Vorschriften werden den Betrieb von Biogasanlagen zusätzlich verändern. Ab 2026 darf Mais nur noch maximal 25 Prozent der Inputmaterialien ausmachen – Betreiber müssen auf Alternativen wie Gülle, Zuckerrüben oder Getreide umsteigen. Der Einsatz von Gülle verbessert die CO₂-Bilanz, da er Methanemissionen aus offener Lagerung verringert und die Konkurrenz zu Nahrungspflanzen um Ackerflächen mindert.
Trotz Konkurrenz durch großtechnische Batteriespeicher behält Biogas Vorteile bei der langfristigen Energiespeicherung. Betreiber testen nun neue Geschäftsmodelle, darunter die Einspeisung von Biomethan, die Produktion von komprimiertem Erdgas (CNG) als Kraftstoff sowie dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Solche Anpassungen könnten der Branche auch ohne kfw förderung eine Perspektive bieten.
Die kommenden Jahre werden für die deutsche Biogasbranche entscheidend. Ohne stabile Förderung droht vielen Anlagen die Stilllegung – mit Auswirkungen auf lokale Energie- und Wärmenetze. Um im sich wandelnden Energiemarkt zu bestehen, müssen Betreiber entweder auf neue Technologien setzen oder alternative Einnahmequellen erschließen.






