22 January 2026, 19:11

Boris Pistorius als römischer Zenturio: Asterix karikiert den Verteidigungsminister

Ein Schwarz-Weiß-Cartoon von Karl Wolfrum, einem deutschen Karikaturisten, der eine Brille trägt und ein Schild hält, auf dem 'Karl Wolfrum' steht, während zwei Kinder vor ihm stehen und verschiedene Gegenstände im Hintergrund auf einem Tisch zu sehen sind, mit Schrift oben und unten im Bild.

Warum Boris Pistorius in der neuen 'Asterix'-Geschichte auftritt - Boris Pistorius als römischer Zenturio: Asterix karikiert den Verteidigungsminister

Der neueste Asterix-Band, Asterix in Lusitanien, sorgt für Aufsehen – dank eines humorvollen Augenzwinkerns in Richtung des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius. Der Politiker taucht in der Geschichte als römischer Zenturio auf, der seinen Namen trägt – eine Tradition der Serie, reale Persönlichkeiten karikierend in die Handlung einzubauen. Die Schöpfer des Comics, Autor Fabcaro und Zeichner Didier Conrad, führen damit die langjährige Praxis fort, Geschichte mit Witz zu verbinden.

Asterix hat schon immer überzeichnete Darstellungen bekannter Persönlichkeiten enthalten. Frühere Bände zeigten etwa Karikaturen von Politikern wie Laurent Fabius oder Silvio Berlusconi – stets mit leichter Hand. Diesmal diente ursprünglich der britische Komiker Ricky Gervais als Vorlage für die Figur, doch das Endergebnis erinnert deutlich an Pistorius.

Im französischen Original trägt der Zenturio den Namen Nouvelopus („Neues Projekt“). Wie alle römischen Widersacher der Serie unterliegt er am Ende den durch Zaubertrank gestärkten Galliern – ein Schicksal, dem selbst Julius Cäsar nicht entkommt. Übersetzer Klaus Jöken bestätigte die frappierende Ähnlichkeit, betonte aber, dass keine politische Aussage beabsichtigt sei. Die Reihe, 1959 von Albert Uderzo und René Goscinny erschaffen, bleibt berühmt für ihren Scharfsinn und historische Satire. Jeder neue Band hält die Tradition lebendig und verbindet Abenteuer mit klugen Anspielungen auf das moderne Leben.

Die Einbindung von Pistorius folgt einer jahrzehntealten Asterix-Tradition der spielerischen Karikatur. Zwar überraschte die Ähnlichkeit manche Leser, doch Macher und Übersetzer stellen klar: Es geht um Humor, nicht um Kritik. Der Comic ist nun erhältlich und bietet erneut eine Portion des zeitlosen gallischen Widerstandsgeistes.