30 December 2025, 10:49

Brandenburgs Innenministerium schockt mit fiktiver Todesanzeige auf Instagram

Gebäude mit Lichtern im Vordergrund, Feuerwerk und Rauch im Hintergrund, unter einem Himmel.

Ministerium warnt mit Todesanzeige gegen Silvesterfeuerwerk - Brandenburgs Innenministerium schockt mit fiktiver Todesanzeige auf Instagram

Brandenburgs Innenministerium löst mit provokanter Instagram-Botschaft Debatte aus

Mit einem auffälligen Instagram-Post hat das Brandenburgische Innenministerium eine Diskussion über Silvester-Feuerwerke entfacht: Die Behörde warnte in Form einer fiktiven Todesanzeige vor den Gefahren illegaler Böller. Die Verantwortlichen verteidigten den ungewöhnlichen Ansatz als bewusste emotionale Provokation – um die Risiken drastisch vor Augen zu führen.

Der Beitrag erschien zu einem Zeitpunkt, an dem die Behörden erneut zur Vorsicht vor den Feierlichkeiten mahnen. Im vergangenen Jahr war im Landkreis Oberhavel ein 21-Jähriger ums Leben gekommen, nachdem er ein nicht zugelassenes Pyrotechnik-Produkt gezündet hatte – ein Schicksal, das das Ministerium unbedingt verhindern will.

Auf dem offiziellen Instagram-Kanal des Ministeriums wurde eine Traueranzeige für den fiktiven 22-jährigen Marc Brandenburch veröffentlicht. Darin hieß es, er sei in der Silvesternacht durch illegale Feuerwerkskörper gestorben. Während einige Nutzer den Post als geschmacklos kritisierten, lobten andere die schonungslose Warnung.

Die Brandenburgische Polizeigewerkschaft, die sich für ein vollständiges Böllerverbot einsetzt, teilte die Grafik in ihren Kanälen. Innenminister René Wilke (SPD) zeigte sich interaktiv: Er likte den Beitrag und kommentierte mit einem 'Liebesgruß'. Später betonte das Ministerium, die Aktion solle gezielt schockieren – um das Bewusstsein für die Gefahren zu schärfen.

Der tragische Vorfall im vergangenen Jahr in Kremmen, bei dem ein junger Mann durch einen nicht zugelassenen Sprengkörper starb, hatte die Risiken bereits deutlich gemacht. Seitdem warnen die Behörden wiederholt vor selbstgebastelten oder illegalen Feuerwerkskörpern. Der umstrittene Post reiht sich in die Bemühungen ein, die Zahl der Unfälle in der Feiertagszeit zu reduzieren.

Die Instagram-Kampagne stößt auf geteilte Reaktionen, lenkt aber die Aufmerksamkeit auf die Feuerwerkssicherheit. Mit dem nahenden Jahreswechsel pochen die Brandenburgischen Behörden weiter auf strengere Kontrollen. Die Diskussion um den Post spiegelt die anhaltende Spannung wider: Wie lassen sich Sicherheitsbotschaften wirksam vermitteln – ohne die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten?