25 February 2026, 05:03

Bundesregierung stoppt Organspender-Registrierung in Bürgerämtern – warum dieser Rückzieher kritisiert wird

Ein Plakat mit dem Text "Mehr als 90% der Menschen mit Nierenerkrankung wissen es nicht" und einem Logo unten, um auf Nierenerkrankungen aufmerksam zu machen.

Patientenvertreter kritisieren den Rückzug der Bundesregierung bei der Regulierung des Organspenderegisters - Bundesregierung stoppt Organspender-Registrierung in Bürgerämtern – warum dieser Rückzieher kritisiert wird

Die deutsche Bundesregierung kehrt eine Entscheidung um, die Bürgern die Möglichkeit gegeben hätte, sich in örtlichen Meldebehörden als Organspender zu registrieren. Der Schritt erfolgt nach jahrelangem Widerstand der Landesregierungen und anhaltender Kritik von Patientenvertretern. Die Kehrtwende hat die Debatte über den Zugang zum deutschen Organspenderegister neu entfacht.

2018 hatte der Bundestag einen Beschluss gefasst, der es Bürgern ermöglichen sollte, sich in Bürgerämtern in das Organspenderegister einzutragen. Doch kein Bundesland setzte die Vorgabe um, datengeschützte und barrierefreie Terminals einzurichten. Folglich bieten heute kaum noch Kommunen diesen Service an.

Nun plant die Bundesregierung, die gesetzliche Verpflichtung vollständig abzuschaffen. Dieser Entschluss folgt auf Druck der Landesgesundheitsminister, die sich gegen die Regelung ausgesprochen hatten. Patientenvertreter wie Eugen Brysch von der Stiftung Patientenschutz verurteilen den Rückzieher scharf: Ein Staat, der die Organspende fördere, müsse auch eine einfache Registrierung gewährleisten, so die Kritik.

Unterdessen ging das Register im März 2024 an den Start und verzeichnet bereits eine halbe Million Eintragungen. Eine separate Novelle des Transplantationsgesetzes wird zudem erstmals gekreuzte Organspenden legalisieren und damit die Spendenmöglichkeiten erweitern.

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Durch den Kurswechsel der Regierung entfällt für Bürger künftig die Option, sich in Meldebehörden registrieren zu lassen. Da die Länder die Aufstellung von Terminals verweigern, bleibt der Zugang zum Register eingeschränkt. Die Entscheidung lässt das System auf alternative Anmeldewege angewiesen – während Patientenverbände weiterhin für eine bessere Erreichbarkeit kämpfen.