21 April 2026, 02:17

Bundeswehr reformiert Reservekräfte: Höhere Altersgrenze und mehr Rechte für Reservisten

Balkendiagramm, das den Anteil der zivilen nichtinstitutionalisierten Bevölkerung im Alter von 16 Jahren und älter, die nicht im Arbeitskräftepotential sind, von 2004 bis 2014 zeigt.

Bundeswehr reformiert Reservekräfte: Höhere Altersgrenze und mehr Rechte für Reservisten

Bundeswehrminister kündigt grundlegende Reform der Reservekräfte an

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius wird noch in diesem Sommer das neue Reservistenstärkungsgesetz vorstellen, mit dem die Teilnahme an der Reserve attraktiver gemacht und die Altersgrenzen für den Dienst ausgeweitet werden sollen. Die Reformen zielen sowohl auf die Gewinnung neuer als auch auf die Bindung erfahrener Kräfte ab – ein zentraler Schritt, um das Potenzial der Reserve besser zu nutzen.

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Ein Kernpunkt der Pläne ist die Anhebung der Altersgrenze für Reservistinnen und Reservisten von 65 auf 70 Jahre. Begründet wird dies damit, dass Menschen heute länger fit bleiben und die steigende Regelaltersgrenze mehr erfahrene Personen für den Dienst verfügbar macht. Gleichzeitig soll die Strategie auch jüngere Jahrgänge stärker ansprechen, um die Reserve über alle Altersgruppen hinweg zu stärken.

Bisher konnten Arbeitgeber Einspruch einlegen, wenn Reservisten zu Übungen einberufen wurden. Das neue Gesetz wird dieses Vetorecht abschaffen und die Teilnahme für Unternehmen damit verbindlich gestalten. Damit soll verhindert werden, dass erfahrene Kräfte aus betriebswirtschaftlichen Gründen von Ausbildungsmaßnahmen ferngehalten werden.

Darüber hinaus sieht die Reform konkrete Verbesserungen für die Reservisten selbst vor: Sie sollen künftig besser ausgestattet werden und Zugang zu sinnvollen, praxisnahen Ausbildungsangeboten erhalten. Eine jährliche Bedarfsplanung soll zudem sicherstellen, wie viele Reservisten für Übungen benötigt werden – und so spontane Umplanungen reduzieren.

Am Mittwoch wird Pistorius die vollständige Strategie offiziell vorstellen und erläutern, wie die Neuerungen die Einsatzfähigkeit der Reserve stärken sollen. Das Reservistenstärkungsgesetz führt damit strengere Regeln für Arbeitgeber ein, verlängert die Dienstzeit für Reservisten und räumt Hindernisse für die Teilnahme aus dem Weg. Durch bessere Ausbildungsbedingungen und klarere Strukturen erhofft sich die Bundeswehr, mehr erfahrenes Personal langfristig zu binden. Die Reformen treten in Kraft, sobald das Gesetz im Laufe des Sommers final verabschiedet wird.

Quelle