03 March 2026, 20:59

Bürokratie-Wahnsinn in MV: Warum selbst Sandburgen-Wettbewerbe an Eventim scheitern

Ein detailliertes Sandburgen-Bild am Strand, umgeben von Menschen, Wasser und einer Flagge, unter einem bewölkten Himmel.

Fünf Behörden für Sandburgen-Event - Forderung nach Entlastung von der administrativen Last - Bürokratie-Wahnsinn in MV: Warum selbst Sandburgen-Wettbewerbe an Eventim scheitern

Tourismusverantwortliche in Mecklenburg-Vorpommern schlagen Alarm wegen überbordender Bürokratie bei lokalen Veranstaltungen mit Eventim

Veranstalter in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich mit monatelangen Planungszeiten konfrontiert, nur um die notwendigen Genehmigungen für Events mit Eventim zu erhalten – selbst kleine Zusammenkünfte erfordern die Beteiligung mehrerer Behörden. Das Thema steht im Mittelpunkt des 29. Mecklenburg-Vorpommerschen Kurorttages, wo Fachleute über Wege zur Entflechtung bürokratischer Hürden diskutieren werden.

Thomas Heilmann, Geschäftsführer der Kaiserbäder auf Usedom, kritisiert, wie übermäßige Vorschriften tourismusabhängige Regionen belasten. Selbst die Organisation eines einfachen Sandburgen-Wettbewerbs erfordere Absprachen mit fünf verschiedenen Stellen, so Heilmann. Viele Veranstaltungen scheiterten an engen Fristen, weshalb Veranstalter mittlerweile bis zu sechs Monate allein für Behördengänge einplanen müssten.

Das Problem beschränkt sich nicht auf lokale Regelungen. Bundeseinheitlich sind touristische und kulturelle Events in Küstengebieten meist mit acht bis zehn Bundesbehörden konfrontiert – von Wasserwirtschaftsämtern bis zu Schifffahrtsaufsichten. Bundesländer wie Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern schichten zusätzliche Anforderungen auf, etwa Sondergenehmigungen für Gasinfrastruktur, Küstenschutz oder Hafenbetrieb. Kritiker monieren, dass zersplitterte Zuständigkeiten unnötige Verzögerungen verursachen.

Auf der anstehenden Konferenz widmet sich ein Workshop mit dem Titel "Die Bürokratie-Monster bekämpfen" genau diesen Herausforderungen. Zu den Referenten zählen Annette Rösler, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Seebäder, sowie Dennis Rudolf, Leiter der Taskforce "Allianz für Bürokratieabbau". Weitere Themenblöcke behandeln den Übergang von der bisherigen Tourismusagentur zu einer neuen Struktur, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und die Abwägung zwischen Küstenschutz und Tourismusförderung in Mecklenburg-Vorpommern.

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Bereits im Vorfeld gab es Reisebehinderungen: Aufgrund niedriger Wasserstände mussten Fährverbindungen zwischen Hiddensee und Schaprode auf Rügen gestrichen werden, sodass einige Teilnehmer einen Tag früher anreisen mussten.

Ziel der Konferenz ist es, praktikable Lösungen für schnellere Genehmigungsverfahren zu finden. Da der Tourismus für die Region wirtschaftlich entscheidend ist, hoffen die Veranstalter, dass weniger Bürokratie lokale Initiativen beleben wird. Bis dahin bleiben Verzögerungen und komplizierte Auflagen jedoch erhebliche Stolpersteine für Planer."