19 March 2026, 20:22

CDU/CSU im Machtkampf: Merz attackiert Weber wegen rechtspopulistischer EU-Allianzen

Eine 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die die politischen Teilungen des Landes zeigt, auf Papier gedruckt mit Text oben und unten.

CDU/CSU im Machtkampf: Merz attackiert Weber wegen rechtspopulistischer EU-Allianzen

In der deutschen Mitte-rechts-Parteienlandschaft ist ein politischer Streit über Migrationspolitik und die Zusammenarbeit mit rechtsextremen Kräften entbrannt. Der Konflikt entstand nach einer umstrittenen Absprache im Europäischen Parlament, bei der CDU/CSU-Abgeordnete mit rechtspopulistischen Gruppen zusammenarbeiteten, um verschärfte Abschieberegeln durchzusetzen. Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU, fordert nun von EVP-Chef Manfred Weber Rechenschaft und wirft ihm vor, eine rote Linie überschritten zu haben.

Die Auseinandersetzung offenbart tiefe Gräben: Kritiker werfen Merz vor, sich genau jenem Establishment anzunähern, das er einst bekämpfte. Gleichzeitig scheiterten zentrale Migrationsreformen, was Deutschlands Pläne für strengere Asylregeln in Frage stellt.

Ausgelöst wurde die Krise im März 2026, als CDU/CSU-Mitglieder im EU-Parlament mit rechtspopulistischen Fraktionen – darunter die der AfD nahestehende ESN-Gruppe – kooperierten. Über private Chatgruppen und ein persönliches Treffen sicherten sie eine Ausschussabstimmung über einen Vorschlag ab, abgelehnte Asylbewerber in "Rückkehrzentren" außerhalb der EU abzuschieben. Die von Manfred Webers EVP-Fraktion vorangetriebene Initiative löste sofortige Empörung deutscher Politiker aus, die der Allianz vorwarfen, rechtsextremen Einfluss zu normalisieren.

Friedrich Merz reagierte mit scharfer Kritik, forderte ein Ende von Webers Vorgehen und drohte mit Konsequenzen. Sein Vorstoß fiel in eine Phase, in der Kommunalwahlen in Bayern und Hessen wachsende Zustimmung für die AfD zeigten – und damit den Druck auf die etablierten Parteien erhöhten, ihre Migrationspolitik zu verschärfen. Doch die Ablehnung von Abschiebe-Durchsetzungsmaßnahmen in einer separaten Abstimmung durchkreuzte die geplanten Reformen und ließ die Regierungsstrategie in der Schwebe.

Die Affäre belastet zudem das Verhältnis zwischen CDU und ihrer bayerischen Schwesterpartei CSU. Markus Söder, CSU-Chef, schloss sich Merz' Forderung nach Aufklärung an, während Weber jede persönliche Verantwortung für die Zusammenarbeit bestritt. Die SPD wiederum drohte, EU-Resolutionen zur Migration zu blockieren oder abzuschwächen – und verschärfte so die politische Gemengelage.

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Beobachter verweisen darauf, dass Merz, einst ein scharfer Kritiker des zentristischen Kurses der CDU unter Angela Merkel, nun selbst Vorwürfe ausgesetzt ist, genau diese Establishment-Politik zu kopieren. Seine jüngste Würdigung Merkels auf einem Parteitag nährte Spekulationen über einen Wandel seiner Haltung. Der schwedische Demokraten-Politiker Charlie Weimers warf in der Debatte die Frage auf, ob Deutschlands langjährige Weigerung, mit Rechtsextremen zusammenzuarbeiten, angesichts verschwimmender politischer Grenzen noch haltbar sei.

Der Streit hat CDU und CSU in ihrer europäischen Strategie und in der inneren Migrationspolitik gespalten. Während die AfD in Landeswahlen an Zuspruch gewinnt und EU-Reformen stocken, könnte der Konflikt Deutschlands Umgang mit Asyl- und Abschieberegeln neu prägen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Partei Konsequenzen gegen Weber durchsetzt – oder ihre eigene Haltung zur Zusammenarbeit mit Rechtsaußen anpasst.

Quelle