Deutsche Bahn erreicht 75 Prozent Pünktlichkeit – doch Minister fordert mehr Tempo
Hans-Werner HövelDeutsche Bahn erreicht 75 Prozent Pünktlichkeit – doch Minister fordert mehr Tempo
Die Deutsche Bahn verzeichnet eine Steigerung der Pünktlichkeit im Fernverkehr. Im Dezember 2025 erreichten die Züge der Deutschen Bahn eine Pünktlichkeitsquote von 75 Prozent – ein Anstieg gegenüber unter 70 Prozent im Vorjahr. Dennoch bezeichnete Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die aktuellen Standards als „inakzeptabel“ und forderte weitere Verbesserungen.
Die Fortschritte des Unternehmens folgten umfangreichen Sanierungsarbeiten an wichtigen Strecken, darunter die stark frequentierte Riedbahn. Diese Modernisierungen haben dazu beigetragen, Verspätungen zu reduzieren, auch wenn konkrete Pläne für den Zeitraum 2025 bis 2030 über allgemeine Modernisierungsziele hinaus noch nicht vorliegen.
Bis 2027 erwartet DB-Chef Richard Lutz eine Stabilisierung der Pünktlichkeit zwischen 75 und 80 Prozent. Zudem kündigte das Unternehmen für 2026 Investitionen in Höhe von 5 Milliarden Euro an, die vor allem in Instandhaltung und Modernisierung fließen sollen. Ein großes Projekt betrifft die Strecke Nürnberg–Regensburg, die von Februar bis Juli 2026 gesperrt wird. Verkehrsexperte Matthias Gastel betonte, dass mehr Personal nötig sei, um die Belastung des Netzes zu verringern. Unterdessen erreichte die Schweizer Bundesbahn (SBB) 2024 eine Pünktlichkeitsquote von 93,2 Prozent – ein deutlicher Kontrast zur Leistung der deutschen Bahn im Vergleich zu ihren Nachbarländern.
Die jüngsten Verbesserungen der Deutschen Bahn bringen die Pünktlichkeit näher an das Ziel für 2027. Dennoch bleiben Herausforderungen bei Investitionen und Personalbestand bestehen. Die anstehenden Modernisierungsarbeiten auf der Strecke Nürnberg–Regensburg werden zeigen, ob es dem Unternehmen gelingt, Modernisierung und Zuverlässigkeit im Betrieb in Einklang zu bringen.