Deutsche fordern gerechtere Vermögensverteilung – und mehr Steuern für Reiche
Hans-Werner HövelDeutsche fordern gerechtere Vermögensverteilung – und mehr Steuern für Reiche
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen wünscht sich Veränderungen bei der Besteuerung und Verteilung von Vermögen. Aktuelle Umfragen zeigen eine starke Unterstützung für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer sowie für höhere Erbschaftsabgaben. Gleichzeitig halten die meisten Menschen das bestehende System für ungerecht – und zwar unabhängig von Region oder politischer Ausrichtung.
Laut der Erhebung befürworten 64 Prozent der Deutschen die Rückkehr der Vermögenssteuer, während 29 Prozent dagegen sind. Die Zustimmung erstreckt sich über alle Parteigrenzen hinweg: 88 Prozent der Wähler der Grünen, 87 Prozent der Anhänger der Linken und 84 Prozent der SPD-Sympathisanten sprechen sich dafür aus. Selbst bei den Wählerinnen und Wählern der unionsgeführten Mitte-rechts-Parteien stimmen 64 Prozent dem Vorhaben zu.
Bei der Erbschaftssteuer wünschen sich 62 Prozent der Befragten höhere Sätze, 32 Prozent lehnen dies ab. Ähnlich verhält es sich mit der Besteuerung großer Erben: 61 Prozent unterstützen höhere Abgaben, 33 Prozent sind dagegen. Auch hier gibt es in allen großen Parteien klare Mehrheiten – darunter 88 Prozent der Grünen, 85 Prozent der Linken, 78 Prozent der SPD und 64 Prozent der Unionsanhänger –, die für eine Anhebung plädieren.
Die Umfrage offenbart zudem tiefe Sorgen um die Gerechtigkeit der Vermögensverteilung. Nur 15 Prozent der Deutschen halten sie für fair, während 81 Prozent sie als ungerecht empfinden. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung in den östlichen Bundesländern: In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Berlin-Brandenburg bezeichnen 90 Prozent der Menschen das System als ungerecht.
Die Ergebnisse deuten auf eine breite öffentliche Rückendeckung für Steuerreformen hin, die Vermögen und Erbschaften stärker belasten. Da in allen großen Parteien und Regionen Mehrheiten die aktuelle Verteilung als ungerecht kritisieren, könnte der Druck auf die Politik wachsen, hier aktiv zu werden. Die Daten spiegeln eine weitverbreitete Unzufriedenheit mit dem Umgang der Gesellschaft gegenüber wirtschaftlicher Ungleichheit in Deutschland wider.






