Deutsche Mittelständler ziehen sich aus den USA zurück – Trumps Politik schadet dem Geschäft
Birgitt OttoDeutsche Mittelständler ziehen sich aus den USA zurück – Trumps Politik schadet dem Geschäft
Mehr als die Hälfte der deutschen Mittelstandsunternehmen hat unter den negativen Auswirkungen der US-Politik unter Präsident Donald Trump zu leiden. Eine aktuelle Umfrage zeigt wachsende Besorgnis – viele Firmen ziehen sich aus dem amerikanischen Markt zurück und überprüfen ihre langfristigen Strategien.
Anfang 2025 unterhielten noch 16,4 % der deutschen Mittelständler Geschäftsbeziehungen in die USA. Bis 2026 sank dieser Anteil auf nur noch 11,3 %. Der Rückgang spiegelt eine zunehmende Skepsis gegenüber der US-Wirtschaftspolitik wider, insbesondere gegenüber den Zollmaßnahmen der Trump-Regierung.
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA im Februar, zentrale Zölle für ungültig zu erklären, verschärfte die Unsicherheit zusätzlich. Viele Unternehmen zweifeln nun daran, ob sich die Rahmenbedingungen bald stabilisieren werden. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, warnt, dass sich die Lage für deutsche Firmen auf dem US-Markt kurzfristig kaum verbessern werde.
Ein Viertel der Mittelständler bewertet die Auswirkungen der US-Politik als "sehr negativ", weitere 27 % als "eher negativ". Angesichts des Wandels suchen immer mehr Unternehmen nach alternativen Absatzmärkten. Solange aus Washington keine klaren wirtschaftspolitischen Signale kommen, werden deutsche Firmen ihre Geschäfte in den USA voraussichtlich weiter mit Zurückhaltung betreiben.
Die Zukunft der deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen steht auf dem Spiel. Wie beide Seiten mit den aktuellen Spannungen umgehen, wird die nächste Phase ihrer wirtschaftlichen Partnerschaft prägen. Bis auf Weiteres bleibt die Unsicherheit ein bestimmender Faktor für unternehmerische Entscheidungen im Mittelstand.