Deutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren
Deutschland will das Alkoholgesetz für Jugendliche verschärfen – ein neuer Gesetzentwurf sieht strengere Regeln vor. Demnach soll die bisherige Ausnahme fallen, die es 14- und 15-Jährigen erlaubt, in Begleitung ihrer Eltern Bier oder Wein zu trinken. Bundesfamilienministerin Karin Prien treibt die Änderung als Teil umfassender Maßnahmen zur Bekämpfung von Jugendsucht voran.
Der Vorstoß folgt jahrelangen Debatten in Europa über eine Anhebung der gesetzlichen Altersgrenzen für Alkohol und Werbebeschränkungen für Minderjährige. Der Entwurf ist Teil einer größeren Reform des Kinder- und Jugendschutzes und zielt auf das Jugendschutzgesetz ab. Wird er verabschiedet, wäre Alkoholkonsum für unter 16-Jährige vollständig verboten – selbst in Begleitung Erwachsener. Priens Ministerium warnt, dass früher Alkoholkonsum das Risiko für Gesundheitsprobleme, aggressives Verhalten und Vernachlässigung erhöht.
Die öffentliche Diskussion über Jugendliche und Alkohol hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. In Deutschland fordern Initiativen wie Kinder ohne Alkohol und Nikotin einheitliche Altersgrenzen von 18 oder sogar 21 Jahren. Belgien hat bereits nachgeschärft und Werbung für Alkohol gezielt an junge Menschen verboten – einschließlich Einschränkungen für Social-Media-Influencer.
Der deutsche Gesetzentwurf befindet sich derzeit in der Anhörung mit Beteiligten. Die Abgeordneten streben an, das Gesetz noch bis Jahresende zu finalisieren. Behörden betonen, dass strengere Kontrollen notwendig seien, um die steigenden Suchtraten unter Jugendlichen einzudämmen. Das geplante Gesetz würde einen deutlichen Kurswechsel in Deutschlands Umgang mit Alkohol bei Minderjährigen bedeuten. Durch den Wegfall der elterlichen Ausnahmeregelung hofft die Regierung, den frühen Kontakt mit Alkohol und dessen langfristige Schäden zu verringern. Der Bundestag soll noch vor Jahresende 2024 über den Entwurf abstimmen.






