Die Erfahrungen von Behörden und Unternehmen mit kostenlosen MS-Office-Alternativen
Hildegund LachmannDie Erfahrungen von Behörden und Unternehmen mit kostenlosen MS-Office-Alternativen
Erfahrungen von Behörden und Unternehmen mit kostenlosen Microsoft-Office-Alternativen
Teaser: Nicht restlos zufrieden, aber überzeugt: Wir haben Pioniere wie Schleswig-Holstein und Schwäbisch Hall zu ihren Erfahrungen mit LibreOffice & Co. befragt.
Veröffentlichungsdatum: 22. Dezember 2025, 07:00 Uhr MEZ
Stichworte: Finanzen, Wirtschaft, Technologie
Artikeltext: Öffentliche Einrichtungen in Deutschland und Österreich sparen Kosten, indem sie von Microsoft Office auf kostenlose Alternativen umsteigen. Behörden wie Schleswig-Holstein und die Stadt Schwäbisch Hall haben den Wechsel bereits vollzogen – und sparen so Millionen, während sie gleichzeitig ihre Abhängigkeit von proprietärer Software verringern. Trotz einiger Herausforderungen gilt der Umstieg für viele, die auf Tools wie LibreOffice oder Collabora setzen, als Erfolg.
Die Landesverwaltung Schleswig-Holstein hat LibreOffice bis Ende 2025 als Standard-Bürosoftware eingeführt. Fast 80 Prozent der Arbeitsplätze nutzen mittlerweile die kostenlose Alternative, wodurch über 15 Millionen Euro an Lizenzgebühren eingespart wurden – bei anfänglichen Investitionen von rund 9 Millionen Euro. Als Vorteile nennen Verantwortliche digitale Souveränität, offene Standards und eine geringere Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. Dennoch bleiben Kompatibilitätsprobleme mit speziellen Microsoft-Formaten, Nutzerfreundlichkeit und die IT-Integration Herausforderungen.
Auch die Stadt Schwäbisch Hall zieht eine positive Bilanz nach dem Wechsel zu LibreOffice. Kosteneinsparungen und eine größere Unabhängigkeit von Microsoft zählen zu den wichtigsten Vorteilen, auch wenn einige Fachbereiche mit Nischenanwendungen Schwierigkeiten hatten. Trotz anfänglicher Hürden gibt es keine Pläne, zu Microsofts kostenpflichtiger Software zurückzukehren.
Andere Einrichtungen, darunter die österreichischen Streitkräfte, sind einen ähnlichen Weg gegangen. Zwar werden für bestimmte Aufgaben weiterhin Word oder Excel genutzt, doch der Umstieg auf Open-Source-Tools hat die Ausgaben deutlich reduziert und die Anbieterbindung verringert. Die Befragten zeigen sich insgesamt zufrieden, weisen aber auf Verbesserungspotenzial hin – etwa bei der nahtloseren Integration in bestehende Systeme.
Für viele Behörden und Unternehmen bleibt der Wechsel dennoch eine komplexe Entscheidung. Bedenken hinsichtlich spezialisierter Anwendungen und möglicher technischer Probleme halten einige davon ab, Microsoft Office vollständig aufzugeben.
Der Umstieg auf kostenlose Bürosoftware hat für die Vorreiter bereits erhebliche Einsparungen und mehr Kontrolle über digitale Werkzeuge gebracht. Schleswig-Holstein, Schwäbisch Hall und andere optimieren ihre Systeme weiter und suchen das Gleichgewicht zwischen Kosteneffizienz und praktischen Anforderungen. Trotz anhaltender Herausforderungen gewinnt die Abkehr von proprietären Lösungen zunehmend an Fahrt.