Ehegattensplitting spart Familien jährlich 25 Milliarden Euro – wer profitiert wirklich?
Hildegund LachmannEhegattensplitting spart Familien jährlich 25 Milliarden Euro – wer profitiert wirklich?
Deutschlands Ehegattensplitting spart verheirateten Paaren jährlich rund 25 Milliarden Euro an Steuern – der größte Teil dieser Entlastung kommt Familien mit Kindern zugute, insbesondere solchen, deren Kinder noch in Ausbildung oder Studium sind. Doch wie stark Haushalte von der Regelung profitieren, hängt stark von Einkommen und Familienkonstellation ab.
Von den insgesamt 25 Milliarden Euro Steuervorteil pro Jahr fließen fast zwei Drittel – etwa 16,5 Milliarden Euro – an Eltern mit "steuerrelevanten Kindern", also Minderjährigen oder jungen Erwachsenen, die noch zur Schule gehen, studieren oder eine Berufsausbildung absolvieren. Ein weiterer Anteil von rund 9 Prozent (2,2 Milliarden Euro) entfällt auf kinderlose Ehepaare.
Besonders begünstigt werden Doppelverdiener-Haushalte: Von den 11,3 Millionen deutschen Haushalten, in denen beide Partner erwerbstätig sind, erhalten 63 Prozent des Steuerbonus. Singleverdiener-Haushalte – immerhin rund 2,2 Millionen – kommen dagegen auf 37 Prozent der Ersparnis. Der verbleibende Teil der Entlastung geht an Eltern, deren Kinder bereits erwachsen sind und ihre Ausbildung abgeschlossen haben.
Jede mögliche Reform des Ehegattensplittings würde vor allem Einverdiener-Familien treffen, da diese besonders stark auf die aktuelle Regelung angewiesen sind. Das heutige System konzentriert die Steuervorteile vorrangig auf Haushalte mit Kindern im Ausbildungssystem. Auch Doppelverdiener profitieren deutlich, während kinderlose Paare weniger erhalten. Änderungen der Politik würden die finanzielle Belastung vor allem für Haushalte mit nur einem Erwerbseinkommen verschieben.






