Energiekrise in Deutschland: Gasspeicher auf Rekordtief – was jetzt passiert
George BenthinOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Energiekrise in Deutschland: Gasspeicher auf Rekordtief – was jetzt passiert
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat dringende Bedenken wegen der sich verschärfenden Energiekrise in Deutschland geäußert. Mit einem Füllstand der Gasspeicher von nur noch 24 Prozent – weit unter den üblichen Sicherheitsreserven – fordert er sofortige Maßnahmen, um die Versorgung vor dem Winter zu sichern. Steigende Spritpreise und geopolitische Spannungen verschärfen den Druck auf Haushalte und Industrie zusätzlich.
Die Gasvorräte in Deutschland haben mit nur noch 24 Prozent Mitte Februar 2026 ein kritisches Tief erreicht. Dieser Wert liegt deutlich unter den bereits reduzierten nationalen Zielen aus dem Jahr 2025, die 80 Prozent in Kavernenspeichern und 45 Prozent in Porenspeichern vorsahen. Die Pläne, die Reserven vor dem Winter 2024/25 auf etwa 70 Prozent aufzufüllen, scheiterten an hohen Kosten und Marktversagen. Die Initiative Energien Speichern (Ines) schlägt nun eine strategische Reserve von 78 Terrawattstunden vor, um bei schweren Engpässen den Bedarf für 90 Tage zu decken.
Lies fordert eine stärkere Konzentration auf die heimische Gasförderung, insbesondere in der Nordsee. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit, die Importe durch LNG-Terminals sowie Lieferungen aus Norwegen und den Niederlanden zu diversifizieren. Ein drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven ist Teil seines Plans – zunächst für Erdgas, später für klimafreundliche Alternativen.
Angesichts der steigenden Spritpreise hat Lies die Mineralölkonzerne aufgefordert, Maßnahmen zur Kostensenkung zu ergreifen. Zudem erwartet er, dass die Freigabe nationaler Ölreserven zur Marktstabilisierung beitragen wird. Gleichzeitig warnt er vor einer Rückkehr zur Kernenergie, da dies sowohl die Bevölkerung als auch die Wirtschaft verunsichern könnte. Stattdessen pocht er auf einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien.
Vor dem Hintergrund möglicher Konflikte mit Beteiligung des Iran räumt Lies ein, dass die Befürchtungen vor weiteren Lieferengpässen berechtigt sind. Er drängt die Bundesregierung, alle denkbaren Szenarien und Gegenmaßnahmen zu prüfen, um eine Vertiefung der Krise zu verhindern.
Mit dem nahenden Winter bleiben Deutschlands Gasspeicher gefährlich niedrig – die aktuellen Bestände liegen weit unter den Sicherheitsgrenzen. Lies' Vorschläge umfassen eine Steigerung der inländischen Förderung, den Ausbau der LNG-Kapazitäten und verstärkten Druck auf die Ölkonzerne, die Preise zu senken. Die Bundesregierung sieht sich zunehmendem Handlungsdruck ausgesetzt, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.






