22 March 2026, 06:21

Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands verfehlte Energiepolitik

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Habecks Staatssekretär Graichen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung - Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands verfehlte Energiepolitik

Patrick Graichen, ehemaliger Staatssekretär in Deutschland, hat die aktuelle Energiestrategie der Bundesregierung scharf kritisiert. Sein Vorwurf: Die Fixierung auf Öl und Gas ignoriere sowohl die Klimawarnungen als auch die geopolitischen Risiken. Die Äußerungen kommen von einem Mann, der seit Jahren für strengere Klimapolitik wirbt – und damit immer wieder aneckt.

Graichen war im Mai 2023 von damals noch amtierendem Minister Robert Habeck wegen eines Interessenkonflikts vorübergehend in den Ruhestand versetzt worden. Dennoch bleibt er eine laute Stimme in der Debatte um die Energiewende und verweist auf den skandinavischen Weg als Vorbild für Deutschland.

Laut Graichen speist sich die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Brennstoffen aus einem Mix von Industrie-Lobbyismus, rechtspopulistischem Einfluss und Widerstand gegen Veränderung. Die Klimakrise, so warnt er, werde nicht verschwinden, nur weil man sie ignoriert. Stattdessen prophezeit er eine Rückkehr zu strengeren Klimaschutzmaßnahmen – früher oder später.

Um den Wandel zu beschleunigen, schlägt Graichen vor, die Stromsteuer abzuschaffen und die Netzentgelte zu reformieren. Zudem fordert er Subventionen, die Elektroautos und Wärmepumpen genauso erschwinglich machen wie Gasheizungen und Benzinfahrzeuge. Sein Modell orientiert sich an erfolgreichen Konzepten aus Skandinavien.

Tatsächlich haben die nordischen Länder in den vergangenen fünf Jahren eine rasante Elektrifizierung vorangetrieben. In Schweden stiegen die Installationen von Wärmepumpen um 50 Prozent – begünstigt durch Fördergelder von bis zu 30.000 schwedischen Kronen pro Gerät im Rahmen des Programms "Grüne Technologie". In Norwegen nutzen mittlerweile 60 Prozent der Haushalte Wärmepumpen, unterstützt durch Mehrwertsteuerbefreiungen. Dänemark erstattet über sein "Energisparing"-Programm bis zu 40 Prozent der Installationskosten.

Auch bei Elektroautos zeigt sich ein ähnlicher Trend. Norwegen erreichte bereits 2025 einen Anteil von 90 Prozent bei Neuzulassungen – ermöglicht durch Steuererleichterungen, gebührenfreie Mautstellen und Ladeanreize. Schweden lockt mit einem Bonus-Malus-System, das bis zu 70.000 Kronen Rabatt bietet, während Dänemark die Zulassungssteuer erlassen hat. Finanziert werden diese Maßnahmen aus milliardenschweren Fonds für die grüne Wende – ein Beweis dafür, dass Bezahlbarkeit die Akzeptanz vorantreibt.

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Graichen ist überzeugt, dass Deutschland diesen Erfolg kopieren könnte. Entscheidend sei nicht allein das Umweltbewusstsein, sondern vor allem der Preis: "Nur wenn saubere Technologien günstiger werden, setzen sie sich durch."

Seine Vorschläge zielen auf bezahlbare Lösungen und strukturelle Reformen ab. Würden sie umgesetzt, könnte die deutsche Energiepolitik sich an skandinavischen Vorbildern orientieren – mit schnellerer Elektrifizierung und weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen als Folge.

Seine Kritik wirft zudem eine politische Frage auf: Steht Deutschland vor einem Kurswechsel? Angesichts wachsender Klimadrucks könnte Graichens Warnung vor verschärften Maßnahmen bald Realität werden.

Quelle