Flaschenpost: Von Kolumbus' Botschaften bis zur modernen Meeresforschung
Birgitt OttoFlaschenpost: Von Kolumbus' Botschaften bis zur modernen Meeresforschung
Flaschenpost: Eine uralte Tradition mit vielen Gesichtern
Die Tradition, Botschaften in Flaschen auf die Reise zu schicken, begleitet Seefahrer seit Jahrtausenden. Was heute oft als romantische Geste gilt, hatte längst auch praktische Zwecke – von Notsignalen bis hin zur wissenschaftlichen Forschung. Besonders bekannt wurde die Methode im 19. Jahrhundert, als deutsche Forscher sie nutzten, um Meeresströmungen zu kartieren.
Die früheste überlieferte Flaschenpost stammt von Christoph Kolumbus. Im Jahr 1493 ließ er eine aussetzen, um die Entdeckung Amerikas zu verkünden. Jahrhunderte später übernahmen auch die alten Griechen und Römer diese Technik, vor allem, um über weite Distanzen zu kommunizieren.
Zwischen 1864 und 1936 trieb die Deutsche Seewarte das Verfahren voran: Ihre Wissenschaftler setzten rund 80.000 Flaschen im Meer aus, um Strömungen zu erforschen. Etwa 5.000 davon wurden gefunden und zurückgeschickt – wertvolle Daten für ihre Studien.
Die Tradition lebt bis heute weiter. 2015 schickten Jörg und Cornelia Wanke am 23. Oktober eine Botschaft von einem Kreuzfahrtschiff aus auf die Reise. Kürzlich warf man eine Flasche von der Star Flyer, einem viermastigen Barkentiner-Schulschiff, zwischen Madeira und Gran Canaria ins Meer. Im Laufe der Zeit dienten diese schwimmenden Briefe auch der Spionage, als Hilferufe oder für private Nachrichten.
Von Kolumbus bis zu modernen Seefahrern haben Flaschenposten viele Rollen gespielt: Sie halfen, Ozeane zu vermessen, Entdeckungen zu teilen und Menschen über große Entfernungen zu verbinden. Zwar hat sich die Technik gewandelt, doch das einfache Aussetzen einer Nachricht in den Wellen bleibt eine zeitlose Geste.






