Fünf neue Traditionen werden deutsches immaterielles Kulturerbe – von Fischerei bis Herrenschneiderei
George BenthinFünf neue Traditionen werden deutsches immaterielles Kulturerbe – von Fischerei bis Herrenschneiderei
Deutschland nimmt fünf neue Traditionen in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf
Die Kultusministerkonferenz hat die Anerkennung bekannt gegeben und damit Bräuche gewürdigt, die tief in lokalen Gemeinschaften verwurzelt sind. Dazu zählen handwerkliche Herrenschneiderei, die Fischerei in der Ostsee sowie die lebendige Kultur der Schausteller auf Volksfesten.
Die neuesten Ergänzungen wurden von Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer und der Deutschen UNESCO-Kommission ausgewählt. Die Kriterien für die staatlich geförderte kulturelle Anerkennung bleiben streng – wie aktuelle Kontroversen zeigen. Erst kürzlich sah sich Weimer mit Kritik konfrontiert, nachdem er ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds gestrichen hatte. Die Entscheidung löste Proteste von Kulturminister:innen und Senator:innen in acht SPD-geführten Bundesländern aus.
Die neu anerkannten Traditionen umfassen vielfältige Regionen und Aktivitäten. Die handwerkliche Herrenschneiderei wurde ebenso aufgenommen wie die über Generationen weitergegebene Ostseefischerei. Auch das Straßenfußballspielen auf dem Bolzplatz, ein fester Bestandteil vieler Stadtviertel, erhielt offizielle Anerkennung. Zudem fanden die Laternenumzüge zum Martinsfest im Rheinland Eingang in die Liste. Die Schausteller mit ihren farbenfrohen Auftritten auf Volksfesten komplettieren die Gruppe der neu geehrten Bräuche.
Nicht jede kulturelle Praxis schaffte es in die Auswahl. Die SPD-Sommerfest-Bratwurst, trotz ihrer Beliebtheit, erfüllte die Anforderungen für eine staatliche Anerkennung nicht.
Die Auszeichnungen sorgen für mehr Sichtbarkeit und Schutz des lebendigen Kulturerbes Deutschlands. Die Traditionen erhalten nun Unterstützung, um ihre einzigartige Rolle in der lokalen und nationalen Kultur zu bewahren. Die Entscheidungen spiegeln auch die anhaltenden Debatten wider, welche kulturellen Praktiken staatliche Förderung verdienen.






