Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland: Warum SUVs boomen und E-Autos an Wert verlieren
George BenthinGebrauchtwagenmarkt in Deutschland: Warum SUVs boomen und E-Autos an Wert verlieren
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat in den letzten Jahren deutliche Veränderungen erlebt. Die Preise stiegen während der Chipkrise stark an, haben sich seitdem aber allmählich stabilisiert. Gleichzeitig verlieren Elektroautos (E-Autos) schneller an Wert als erwartet, während SUVs weiterhin stark nachgefragt werden.
Die globale Chipknappheit sorgte zwischen 2021 und 2022 für erhebliche Störungen. Fabriken mussten die Produktion drosseln, was zu einem weltweiten Mangel von sieben bis elf Millionen Neuwagen führte. Da weniger neue Fahrzeuge verfügbar waren, wandten sich Käufer vermehrt dem Gebrauchtmarkt zu – mit der Folge, dass die Preise innerhalb eines Jahres um etwa 19 Prozent stiegen.
Die Lieferzeiten für Neuwagen verlängerten sich von sechs auf bis zu achtzehn Monate, was Gebrauchtwagen noch attraktiver machte. Die Knappheit beschleunigte auch den Umschlag: Ein durchschnittliches Fahrzeug steht heute nur noch 57 Tage beim Händler – deutlich weniger als vor der Pandemie. Bis 2024 stiegen die Halterwechsel um 7,4 Prozent auf 6,48 Millionen Fahrzeuge, da die Nachfrage weiterhin hoch blieb.
Doch nicht alle Gebrauchtwagen behielten ihren Wert. Dreijährige Batterie-Elektroautos erzielen mittlerweile nur noch etwa die Hälfte ihres ursprünglichen Preises, vor allem wegen der hohen Leasingrückläufer, die den Markt fluten. Dagegen bleiben SUVs wie der VW Tiguan, der BMW X1 oder der Audi Q3 gefragt. Anfang 2025 liegt der durchschnittliche Preis für einen Gebrauchtwagen in Deutschland bei rund 27.800 Euro – etwa fünf Prozent unter dem Höchststand von 2023.
Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt zwar dynamisch, doch das Preistempo hat sich verlangsamt. Während E-Autos weiterhin stark an Wert verlieren, sind SUVs bei Käufern nach wie vor beliebt. Mit schnelleren Umschlagzeiten und stabiler Nachfrage deutet vieles darauf hin, dass sich der Markt allmählich normalisiert.






