12 February 2026, 06:45

Gil Ofarim wird Dschungelkönig – doch sein Ruf bleibt belastet

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit fetter, schwarzer Schrift, auf dem "Vergewaltigung Über Vergewaltigung oder die Justiz Gefangen in seiner eigenen Falle" steht, wahrscheinlich Ankündigung einer Comedy-Show.

Ofarim ärgerlich über eigene Äußerungen zum Prozess - Gil Ofarim wird Dschungelkönig – doch sein Ruf bleibt belastet

Gil Ofarim hat die aktuelle Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! gewonnen und trägt nun den Titel "Dschungelkönig". Sein Sieg kommt Jahre nach einem viel beachteten Verleumdungsprozess, der sein öffentliches Image in Deutschland nachhaltig prägte. Die früheren Vorwürfe des Sängers gegen einen Leipziger Hotelmitarbeiter – und ihr spätere Widerruf – bleiben eine der prägendsten Kontroversen seiner Karriere.

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Im Oktober 2021 beschuldigte Ofarim fälschlicherweise einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels, antisemitische Äußerungen getätigt zu haben. Die Anschuldigung löste zunächst breite Solidarität aus, doch die öffentliche Meinung wandelte sich abrupt, als er eingestand, die Geschichte erfunden zu haben. Im Januar 2024 verurteilte ihn ein Leipziger Gericht wegen Verleumdung zu einer Bewährungsstrafe, gemeinnütziger Arbeit und der Zahlung von Schadensersatz.

Während seiner Teilnahme an der Reality-Show hatte Ofarim zunächst vor, das Thema zu meiden. Später brachte er den Fall selbst zur Sprache – bereute dies jedoch. Seine Mitbewohner kritisierten ihn dafür, die Auseinandersetzung mit der Sache zu umgehen, während er – ohne Belege – andeutete, die Sicherheitsaufnahmen des Hotels könnten manipuliert worden sein. Der zu Unrecht beschuldigte Mitarbeiter äußerte sich seitdem öffentlich und bezeichnete Ofarims anhaltende Selbstdarstellung als Opfer als schwer erträglich.

Ofarim zog seine Vorwürfe später vor Gericht zurück und entschuldigte sich. Doch bis 2026 hatte sich sein Ruf in Deutschland grundlegend gewandelt. Medien wie Bild und Der Spiegel stempelten ihn als diskreditierte Persönlichkeit, wobei der Fall häufig in Debatten über falsche Antisemitismusvorwürfe angeführt wird.

Das Gerichtsurteil und Ofarims Reality-Show-Sieg markieren gegensätzliche Abschnitte seines öffentlichen Lebens. Die Verurteilung wegen Verleumdung bleibt ein rechtlicher und gesellschaftlicher Wendepunkt, der seinen jüngsten Fernseherfolg überschattet. Der freigesprochene Hotelmitarbeiter weist Ofarims Opferrolle weiterhin entschieden zurück.