Vom 'Jungtürken' zum Staatsmann - Guido Westerwelle: Zehn Jahre nach dem Tod des politischen Popstars
Zehn Jahre sind vergangen, seit Guido Westerwelle starb – eine der farbenprächtigsten Persönlichkeiten der deutschen Politik. Der ehemalige Außenminister und Vizekanzler unter Angela Merkel hinterließ bleibende Spuren in der Freien Demokratischen Partei (FDP) und im öffentlichen Leben. Sein mutiger Stil und sein rasanter Aufstieg machten ihn gleichermaßen bewundert wie umstritten.
Westerwelles politische Karriere begann früh: 1983 wurde er Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Bis 2001 hatte er den FDP-Vorsitz übernommen und prägte das Image der Partei mit energiegeladenen TV-Auftritten und eingängigen Slogans wie "Wir sind die Besseren". Seine offene Haltung zu seiner Homosexualität und jugendorientierte Kampagnen verhalfen der FDP 2009 zu ihrem besten Bundestagswahlergebnis aller Zeiten – 14,56 Prozent der Stimmen.
Dieser Erfolg ebnete ihm den Weg zum Vizekanzler und Außenminister in Merkels Koalitionsregierung. Westerwelles flamboyanter, mitunter provokanter Stil brachte ihm den Spitznamen "politischer Popstar" ein. Kritiker warfen ihm jedoch Oberflächlichkeit vor, und die FDP verlor nach 2009 wieder an Zustimmung.
Im Juni 2014 erhielt Westerwelle die Diagnose Leukämie. Mit Disziplin und ohne öffentliches Selbstmitleid ging er gegen die Krankheit an und veröffentlichte 2015 das Buch "Zwischen zwei Leben". Darin reflektierte er, dass Krebs alle Menschen gleich mache und die Liebe ihm das größte Glück geschenkt habe. Eine spätere Dokumentation zeigte eine private Seite von ihm, die während seiner politischen Laufbahn kaum zu sehen war.
Am 18. März 2016 erlag Westerwelle im Alter von 54 Jahren seiner Leukämie-Erkrankung.
An diesem März jährt sich sein Todestag zum zehnten Mal. Seine politischen Strategien prägten die Identität der FDP nachhaltig, während seine späteren Schriften und persönlichen Kämpfe ein anderes Bild seines Lebens zeichneten. Die Dokumentation und sein Buch bleiben zentrale Zeugnisse eines Mannes, der ein vielschichtiges Erbe in der deutschen Politik hinterließ.






