"Heimat"-Restaurant in Mainz wird zum Ziel politischer Hasswelle
Der Besitzer eines Mainzer Restaurants sieht sich seit Wochen wegen dessen Namens massiver Anfeindung ausgesetzt. Veli Ivecen eröffnete Heimat, um deutsche-türkisch-kurdische Gerichte anzubieten und einen einladenden Ort zu schaffen. Doch der Name löste stattdessen Feindseligkeiten von beiden politischen Extremen aus.
Die Gegenreaktionen reichen von verbalen Angriffen über Online-Belästigung bis hin zu Vandalismus vor dem Lokal. Ivecen, ein in der Türkei geborener Koch kurdischer Abstammung, wählte den Namen Heimat, um bei allen Gästen ein Gefühl von Zuhause zu wecken. Er betont, dass damit keinerlei politische Aussage verbunden sei. Dennoch werfen ihm Kritiker von links und rechts vor, provozieren zu wollen.
Die Hetze begann mit wütenden Nachrichten, die private Accounts und E-Mail-Postfächer fluteten. Einige Gäste konfrontierten das Personal direkt im Restaurant. Andere stellten infrage, warum türkische und kurdische Einflüsse in der deutschen Küche Platz hätten.
Die Feindseligkeiten spitzten sich weiter zu, als die Fassade des Restaurants mit dem Slogan „Das hier ist mein Zuhause, nicht deins“ besprüht wurde. Ivecen entfernte die Schmierereien selbst. Zudem wurde er als Nazi beschimpft und musste vor seinem eigenen Betrieb mit dem Hitlergruß konfrontiert werden.
Anfangs brachte ihn die unerbittliche Attackenwelle dazu, über eine Umbenennung nachzudenken. Mittlerweile ist er jedoch entschlossener denn je, an Heimat festzuhalten. Während er konstruktive Kritik an seinem Essen willkommen heißt, lehnt er persönliche Angriffe strikt ab.
Der Streit hat Ivecen nicht von seiner ursprünglichen Vision abgebracht. Er führt Heimat weiterhin als einen Ort, an dem deutsche, türkische und kurdische Aromen verschmelzen. Trotz des anhaltenden Gegenwinds von mehreren Seiten bleibt das Restaurant geöffnet.






