02 May 2026, 00:25

Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel

Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Uberschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel

Helene Bubrowski wird am 1. Januar 2027 als erste Frau in den Herausgeberrat der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) eintreten und dort als Mitverlegerin wirken. Ihre Berufung markiert einen weiteren Schritt in der langfristigen ideologischen Neuausrichtung der Zeitung, die nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher im Jahr 2014 begann.

Bubrowski arbeitet seit Jahren für die FAZ – zunächst als politische Redakteurin, später als Berlin-Korrespondentin. Sie berichtete über Rechtspolitik und die Grünen, deren Aufstieg sie oft als Prozess der „Professionalisierung“ deutete. 2025 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihren FAZ-Essay Warum den Deutschen ein wenig mehr Optimismus guttäte.

Der Herausgeberrat der FAZ besteht aus vier Mitverlegern, die sich die Verantwortung teilen und die redaktionellen Aufgaben untereinander aufteilen. Bubrowski wird nun zu Carsten Knop und Jürgen Kaube stoßen und damit eine Mehrheit bilden, die die traditionell konservative Haltung der Zeitung umprägt. Diese schrittweise Annäherung an linksliberale Positionen wird intern als VerTAZung bezeichnet – ein Begriff, der den politischen Wandel des Blattes widerspiegelt.

Mit ihrem Amtsantritt 2027 festigt Bubrowski die Abkehr der FAZ von ihren konservativen Wurzeln. Ihr Hintergrund in der politischen Berichterstattung und ihre preisgekrönten Kommentare deuten auf eine weitere Neuausrichtung der redaktionellen Linie hin.

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