29 January 2026, 04:36

Historisches BGH-Urteil: Wer haftet bei Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt?

EinBlueprint eines Hauses auf Papier mit der Aufschrift "Landhaus in Berlin".

BGH entscheidet über die Haftung von Immobilienmaklern bei Diskriminierung in der Wohnungsuche - Historisches BGH-Urteil: Wer haftet bei Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt?

Bundesgerichtshof entscheidet am Donnerstag über richtungsweisendes Urteil zu Wohnungsdiskriminierung

Der Bundesgerichtshof (BGH) wird an diesem Donnerstag ein grundlegendes Urteil zur Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt fällen. Im Mittelpunkt des Falls steht eine Frau aus Hessen mit pakistanischen Wurzeln, die bei der Wohnungssuche unter ihrem echten Namen wiederholt abgewiesen wurde. Als sie jedoch einen deutsch klingenden Pseudonym nutzte, wurden ihr umgehend Besichtigungstermine angeboten.

Der Fall gelangte zunächst vor das Landgericht Darmstadt, das die Vorgehensweise als klaren Fall von Diskriminierung wertete. Der BGH in Karlsruhe übernahm daraufhin den Fall und bestätigte in einer Verhandlung im Dezember, dass tatsächlich eine Benachteiligung stattgefunden hatte. Nun muss das Gericht klären, wer rechtlich dafür verantwortlich ist.

Am 30. Januar 2026 um 8:45 Uhr wird der BGH entscheiden, ob der beteiligte Immobilienmakler für die Diskriminierung haftbar gemacht werden kann – oder ob die Verantwortung allein beim Vermieter liegt. Der Fall (Aktenzeichen I ZR 129/25) dreht sich um die Frage, ob Makler aktiv verhindern müssen, dass es bei der Vermittlung von Besichtigungsterminen zu solchen Benachteiligungen kommt.

Das Urteil könnte wegweisend für den Umgang mit Wohnungsdiskriminierung in Deutschland sein. Sowohl Makler als auch Vermieter könnten künftig strengere Pflichten auferlegt bekommen, um eine faire Behandlung von Bewerbern unabhängig von ihrer Herkunft zu gewährleisten.

Die Entscheidung wird klären, wer in Fällen von Mietdiskriminierung rechtlich in der Pflicht steht. Sollte der Makler für haftbar erklärt werden, könnte dies Immobilienvermittler zwingen, strengere Kontrollen einzuführen, um Vorurteile zu verhindern. Das Urteil wird mit Spannung von Wohnungsaktivisten und Juristen im ganzen Land erwartet.