29 April 2026, 02:49

Inflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – EZB vor neuem Dilemma

Ein blaues Liniendiagramm, das die Euro-Zonen-Inflationsraten in den Vereinigten Staaten veranschaulicht, mit erklärendem Text oben.

Inflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – EZB vor neuem Dilemma

Deutschland steht bis Ende 2024 vor einem deutlichen Anstieg der Inflation, wobei die Prognosen nun eine Rate von 4,6 Prozent für Dezember vorhersagen. Der starke Anstieg folgt auf die zunehmenden Spannungen im Persischen Golf nach einem US-Angriff auf den Iran und belastet eine ohnehin schon angespannte Wirtschaft zusätzlich. Ökonomen warnen, dass die höheren Kosten bis 2026 anhalten könnten, wobei die durchschnittliche Jahresinflation in diesem Jahr voraussichtlich 3,5 Prozent erreichen wird – ein Anstieg gegenüber der früheren Schätzung von 2,7 Prozent im März.

Die aktuellen Inflationsprognosen stammen vom Deutschen Wirtschaftsinstitut (IW), das seine Vorhersage auf Preisentwicklungen während der Energiekrise 2022 stützt. Damals hatte die Inflation mit über 10 Prozent ihren Höhepunkt erreicht und lag im Jahresdurchschnitt bei 6,9 Prozent. Das IW sieht nun Parallelen zur heutigen Situation, in der geopolitische Konflikte – diesmal mit Beteiligung des Iran – die Energie- und Rohstoffpreise in die Höhe treiben.

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Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, wies auf die bevorstehenden Herausforderungen hin und sprach von einem "politischen Dilemma" für die Europäische Zentralbank (EZB). Diese könnte, ähnlich wie 2022, eingreifen müssen, um die Preise zu stabilisieren. Die deutsche Regierung hat unterdessen bereits Entlastungsmaßnahmen ergriffen, darunter eine temporäre Spritpreissenkung ab dem 1. Mai sowie einen steuerfreien Bonus von bis zu 1.000 Euro für Arbeitnehmer.

Demary forderte die Politik zudem auf, sich besonders um einkommensschwache Haushalte zu kümmern. Zu den Vorschlägen gehört eine Erhöhung der Pendlerpauschale, um die gestiegenen Fahrtkosten abzufedern. Angesichts der weiter steigenden Inflation wird der Druck auf Löhne und Lebenshaltungskosten voraussichtlich zunehmen.

Die Inflationsaussichten für Deutschland haben sich verschlechtert: Die Rate könnte von 2,7 auf 3,5 Prozent bis 2026 steigen. Die Entlastungsmaßnahmen der Regierung, wie Spritrabatte und steuerfreie Boni, sollen die Belastung für die Haushalte mildern. Sollten die hohen Preise jedoch anhalten, könnten die EZB und die Politik in den kommenden Monaten zu weiterem Handeln gezwungen sein.

Quelle