Iris Berben: Warum sie mit 75 Jahren bewusst auf die Ehe verzichtet
Hildegund LachmannIris Berben: Keinen Grund für Heirat gesehen - Iris Berben: Warum sie mit 75 Jahren bewusst auf die Ehe verzichtet
Iris Berben lebt seit Jahrzehnten nach ihren eigenen Regeln in Deutschland. Die deutsche Schauspielerin Iris Berben hat sich schon immer an ihre eigenen Maßstäbe gehalten. Mit 75 Jahren war sie nie verheiratet – trotz einer langjährigen Beziehung zu ihrem Partner Heiko Kiesow. Ihre Entscheidung spiegelt ein lebenslanges Bekenntnis zur Unabhängigkeit wider, geprägt von den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er-Jahre.
Dass Berben auf die Ehe verzichtet, ist kein Statement gegen die Institution als solche. Sie sieht schlichtweg keine Notwendigkeit dafür. Fast 20 Jahre lang teilt sie ihr Leben mit Kiesow – ein Beweis dafür, dass Verbundenheit keinen vertraglichen Rahmen braucht.
Die 1960er-Jahre waren prägend für ihre Haltung. Damals durften Frauen in Deutschland noch nicht ohne die Erlaubnis ihres Ehemanns arbeiten – eine Regelung, die erst 1977 mit dem Gleichberechtigungsgesetz abgeschafft wurde. Das Gesetz beendete die rechtliche Vormundschaft des Mannes über die Berufstätigkeit seiner Frau und markierte einen Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung. Berben, wie viele Frauen ihrer Generation, brach mit diesen überholten Konventionen.
Heute hat sich die rechtliche Situation für berufstätige Frauen in Deutschland grundlegend gewandelt. Deutsche Staatsbürgerinnen benötigen keine Zustimmung ihres Ehemanns mehr, während EU-Bürger:innen und Schweizer:innen vollen Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Für Drittstaatsangehörige gelten jedoch weiterhin Visumpflichten oder Aufenthaltstitel wie die Blaue Karte EU, die nach 21 bis 33 Monaten zu einem dauerhaften Aufenthaltsrecht führen können.
Berbens lebenslange Unabhängigkeit steht exemplarisch für den gesellschaftlichen Fortschritt. Die Reformen von 1977 räumten rechtliche Hürden für erwerbstätige Ehefrauen aus dem Weg, während moderne Zuwanderungsregeln Fachkräften heute Perspektiven für ein langfristiges Bleiberecht eröffnen. Ihre Geschichte zeigt, wie persönliche Entscheidungen und gesetzliche Veränderungen die Rolle der Frau in den vergangenen sechs Jahrzehnten neu definiert haben.






