John Neumeiers Abschied vom Hamburg Ballett markiert das Ende einer Ära
Hans-Werner HövelJohn Neumeiers Abschied vom Hamburg Ballett markiert das Ende einer Ära
Die Spielzeit 22/23 des Hamburg Balletts beginnt am 18. September an der Staatsoper – und markiert damit nicht nur den Auftakt eines Jubiläumsjahres, sondern auch das Ende einer Ära: Nach einem halben Jahrhundert gibt John Neumeier die künstlerische Leitung ab. Unter seiner Führung entwickelte sich das Ensemble zu einer der renommiertesten Ballettinstitutionen der Welt.
1973 übernahm Neumeier die Leitung des Hamburg Balletts. In fünf Jahrzehnten formte sein künstlerischer Ansatz ein regionales Ensemble zu einer international gefeierten Kompanie. Die Stadt, ohnehin bekannt für ihre lebendige Subkultur, ihr Nachtleben und ihre klassische Tradition, gewann durch das Ballett zusätzlich an Strahlkraft.
Den Auftakt der neuen Spielzeit bildet eine Aufführung von Gustav Mahlers Dritter Sinfonie – ein Werk, das Neumeiers unverkennbaren Stil verkörpert: die Verschmelzung von dramatischer Erzählkraft mit tiefer Musikalität. Die Wahl Mahlers unterstreicht zudem die enge Verbindung des Choreografen zu der emotionalen Tiefe und orchestralen Fülle des Komponisten.
Die Spielzeit 22/23 wird Neumeiers letzte als Direktor sein. Sein Abschied schließt ein prägendes Kapitel für das Hamburg Ballett ab und hinterlässt ein Erbe künstlerischer Exzellenz. Nun gilt es, sein Wirken zu würdigen – und gleichzeitig den Blick auf die nächste Phase der Kompanie zu richten.






