Jungheinrich kämpft mit 30-Prozent-Wertverlust und Führungswechsel im Finanzressort
Hans-Werner HövelJungheinrich kämpft mit 30-Prozent-Wertverlust und Führungswechsel im Finanzressort
Jungheinrich verliert seit Ende 2025 fast 30 Prozent seines Marktwerts – Aktienwert sinkt auf rund 2,6 Milliarden Euro
Der Wert des Logistikunternehmens Jungheinrich ist seit dem Spätherbst 2025 um knapp 30 Prozent geschrumpft und liegt nun bei etwa 2,6 Milliarden Euro. Der Rückgang fällt in eine Phase finanzieller Turbulenzen und personeller Umbrüche: Finanzvorständin Heike Wulff verließ das Unternehmen früher als geplant.
Wulff war Anfang 2026 in den Vorstand von Jungheinrich eingetreten, ihr Vertrag sollte ursprünglich bis Mai 2027 laufen. Doch Aufsichtsrat und Vorstand einigten sich darauf, ihr Mandat nicht zu verlängern, was zu ihrem vorzeitigen Abschied führte. Bis eine Nachfolge gefunden ist, übernimmt CEO Lars Brzoska kommissarisch die Leitung des Finanzressorts.
Die finanziellen Probleme des Unternehmens haben sich zugespitzt: Im ersten Quartal brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte ein. Ein Streik im Werk Lüneburg sowie der harte Wettbewerb auf dem Gabelstaplermarkt verschärften die Lage zusätzlich.
Jungheinrich bleibt mehrheitlich im Besitz der Gründerfamilie: Die beiden Töchter von Friedrich Jungheinrich halten jeweils über ihre Familien 54 Millionen stimmberechtigte, nicht börsennotierte Stammaktien – das entspricht 53 Prozent aller Anteile. Die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien werden im MDAX gehandelt.
Mit Brzoska an der Spitze des Finanzbereichs steht Jungheinrich nun vor der Aufgabe, das operative Geschäft angesichts sinkender Gewinne und Marktwertverluste zu stabilisieren. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob es gelingt, schnell eine dauerhafte Lösung für die Finanzführung zu finden und die Produktions- sowie Wettbewerbsprobleme in den Griff zu bekommen.






