Kiel-Kanal-Initiative fordert dringende Modernisierung des Nord-Ostsee-Kanals
Birgitt OttoNord-Ostsee-Kanal: Initiative fordert Erweiterung und höhere Geschwindigkeit - Kiel-Kanal-Initiative fordert dringende Modernisierung des Nord-Ostsee-Kanals
Kiel-Kanal-Initiative drängt auf dringende Modernisierung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK)
Die Kiel-Kanal-Initiative fordert umfassende Aufrüstungen des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) und warnt, dass Verzögerungen und steigende Kosten die Schifffahrt belasten. 2024 gingen die Schiffsdurchfahrten im Vergleich zum Vorjahr um 6,73 % zurück, während das Frachtaufkommen um 2,1 % sank. Die Initiative verlangt nun einen verbindlichen Ausbauplan, der eine Vertiefung und Verbreiterung des Kanals vorsieht.
Im vergangenen Jahr passierten 24.866 Schiffe den Kiel-Kanal – weniger als noch 2023. Trotz der rückläufigen Zahlen stieg die durchschnittliche Bruttotonnage der Schiffe, was darauf hindeutet, dass zunehmend größere Einheiten die Route nutzen. Allerdings hat die 2023 eingeführte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 12 Knoten die Durchfahrten verlangsamt und die Kosten für Reedereien in die Höhe getrieben.
Claus Ruhe Madsen, Verkehrsminister von Schleswig-Holstein, betonte, dass längere Transitzeiten die finanzielle Belastung für die Schifffahrt erhöhen. Jens B. Knudsen, Vorsitzender der Kiel-Kanal-Initiative, unterstrich unterdessen die Dringlichkeit, mit der zweiten Phase der Verbreiterung des östlichen Kanalabschnitts zu beginnen. Zudem forderte er eine gerechtere Verteilung der Kosten, die durch die verpflichtende Schleppbegleitung während Bauarbeiten und Reparaturen entstehen.
Die Initiative pocht außerdem auf eine Vertiefung des Kanals um mindestens einen Meter. Gleichzeitig bestehen Bedenken wegen Personalmangels bei den Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern, der die Betriebsabläufe zusätzlich belasten könnte, falls die Modernisierungsmaßnahmen voranschreiten.
Der Kiel-Kanal steht vor wachsenden Herausforderungen – von langsameren Durchfahrten bis hin zu höheren Ausgaben. Ohne Ausbau und tiefere Fahrrinnen droht die Route an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Behörden und Wirtschaft müssen nun sowohl die Infrastruktur als auch die operativen Rahmenbedingungen verbessern, um die Zukunft des Kanals zu sichern.






