KNDS investiert 1 Milliarde Euro in Rüstungsproduktion und plant Werkübernahmen in Deutschland
George BenthinKNDS investiert 1 Milliarde Euro in Rüstungsproduktion und plant Werkübernahmen in Deutschland
Europäischer Rüstungskonzern KNDS baut Produktionskapazitäten für 1 Milliarde Euro aus
Der europäische Rüstungsverbund KNDS treibt seine Produktionserweiterung mit einem Investitionsvolumen von 1 Milliarde Euro voran. Gleichzeitig führt das Unternehmen Verhandlungen über die Übernahme mehrerer Industriestandorte in Deutschland. Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund einer wachsenden Nachfrage nach Militärfahrzeugen – darunter eine mögliche Bestellung tausender gepanzerter Fahrzeuge durch die Bundeswehr.
Im vergangenen Jahr hatte KNDS bereits das Alstom-Werk in Görlitz übernommen und damit den Startschuss für seine Expansionsstrategie gegeben. Nun prüft das Unternehmen weitere Übernahmen, um seine Kapazitäten auszubauen. Ein möglicher Standort ist das Volkswagen-Werk in Osnabrück, wo die Produktion 2027 enden soll. Volkswagen erklärte, man lotet „tragfähige Perspektiven“ für die Nutzung der Anlage über dieses Datum hinaus aus.
Parallel dazu verhandelt KNDS mit Mercedes-Benz über das Werk in Ludwigsfelde. Der Automobilhersteller plant, die Produktion des Sprinter-Transporters bis 2030 nach Jawor in Polen zu verlagern, wodurch die Zukunft des deutschen Standorts ungewiss wird. Mercedes-Benz erwägt, Teile der Ludwigsfelder Anlage an KNDS zu verpachten, um dort Militärfahrzeuge herzustellen. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Werks steht jedoch noch aus.
Die Ausweitung der Kapazitäten fällt mit dem steigenden Bedarf der Streitkräfte zusammen. Die Bundeswehr könnte in naher Zukunft bis zu 3.000 radgepanzerte Fahrzeuge vom Typ Boxer ordern. Mit seiner Investitions- und Übernahmeoffensive will KNDS diese erhöhte Nachfrage bedienen.
Die 1-Milliarden-Investition und die laufenden Verhandlungen unterstreichen den ambitionierten Kurs des Konzerns, die Produktion deutlich hochzufahren. Sollten die Deals für die Standorte Osnabrück und Ludwigsfelde zustande kommen, würde KNDS beträchtliche zusätzliche Kapazitäten gewinnen. Die geplante Boxer-Bestellung der Bundeswehr verdeutlicht zudem die Dringlichkeit hinter diesen Schritten.






