Kölner Karneval endet mit flammendem Nubbel-Ritual und alter Tradition
Hildegund LachmannNubbel-Verbrennung markiert Ende des Straßenkarnevals in Köln - Kölner Karneval endet mit flammendem Nubbel-Ritual und alter Tradition
Kölner Karneval endet mit feuriger Tradition am Dienstagabend
Mit dem Verbrennen des Nubbel, einer Strohpuppe, die die Sünden des vergangenen Jahres symbolisiert, ging am Dienstagabend die Karnevalssaison in Köln zu Ende. Tausende versammelten sich in der ganzen Stadt, um das spektakuläre Ritual zu verfolgen, das den Übergang von der ausgelassenen Feierzeit in die besinnliche Fastenzeit markiert.
Die Tradition des 1. FC Köln Nubbelbrennens reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, doch ihre Wurzeln liegen noch weiter in der Vergangenheit. Inspiriert von mittelalterlichen Sündenbock-Ritualen hat sich die Zeremonie zu einem festen Bestandteil des Kölner Karnevals entwickelt. Wochenlang hängt der Nubbel – eine Strohfigur – über den Türen von Kneipen und sammelt symbolisch die Ausschweifungen der Jecken. Am Vorabend von Aschermittwoch wird er dann in den Stadtvierteln feierlich verbrannt.
Das Feuer steht für eine symbolische Reinigung: Die Exzesse des Karnevals sollen damit getilgt werden, bevor die Fastenzeit beginnt. Während in Köln der Nubbel bereits am Dienstag brennt, wird in Düsseldorf der ähnliche Hoppeditz erst am Aschermittwoch selbst den Flammen übergeben. Dort heißt es, die Strohfigur erstehe jedes Jahr am 11. November wieder auf – wenn die neue Karnevalssaison beginnt.
Mit dem Aschermittwoch endet offiziell die Zeit der "tollen Tage". Wenn die Glut des Nubbel erloschen ist, rückt die Besinnung in den Vordergrund: Fasten und Reflexion prägen die kommenden Wochen.
Seit Jahrzehnten bleibt das Ritual unverändert und zieht sowohl Einheimische als auch Besucher in seinen Bann. Mit dem Nubbel, der zu Asche zerfällt, beginnt für Köln nun die Fastenzeit – und der Karnevalstrubel ist vorerst vorbei. Doch wie seit Generationen wird die Tradition auch im nächsten Jahr wiederkehren.






