Kölner Karneval: Warum hier selbst Bierkultur zur Wissenschaft wird
Birgitt OttoFührer durch die 'Witzischkeit' - Das ABC des Karnevals - Kölner Karneval: Warum hier selbst Bierkultur zur Wissenschaft wird
Kölner Karneval – ein Wirbelsturm aus Tradition, Chaos und skurrilen Bräuchen
Wer die Feierlichkeiten nicht kennt, dem kann das Spektakel schnell über den Kopf wachsen. Ein neuer Ratgeber entschlüsselt das bunte Treiben – von rücksichtslosen Kamellajägern bis zur verehrten Bierkultur der Stadt.
Das Karnevals-ABC beginnt mit A wie Alkohol, denn nüchtern zu feiern gilt hier als reine Utopie. B steht für Bier, genauer gesagt für Kölsch, das Markenzeichen der Stadt, das Nobelpreisträger Heinrich Böll einst als "harntreibendes Lokalkolorit" beschrieb.
C wie Carneval – ursprünglich mit C geschrieben, bis preußische Herrscher den Karnevalskönig durch einen Prinzen ersetzten. D führt ein zum Dreigestirn, dem regierenden Trio aus Prinz, Bauer und Jungfrau, die den Festgeist der Stadt verkörpern.
E wie Ephemere Zurückhaltung – fünf Tage lang sind Witz und Schabernack nicht nur erlaubt, sondern Pflicht. F wie Fasching – ein Wort, das in Köln so verpönt ist, dass selbst ein fiktiver Kommissar einst über "Faschingsfieber" stöhnte.
G wie Grapscher, die aggressivsten Kamellasammler des Umzugs, die mit Schirmen Süßigkeiten abfangen oder Kindern notfalls auf die Finger steigen, um an eine Schokoladentafel zu kommen. H wie Höhner, die Karnevalsband, deren Lieder stolz verkünden: Köln ist perfekt – und braucht keine Veränderungen.
Der Ratgeber erhellt die Traditionen, die den Kölner Karneval einzigartig machen. Vom regierenden Triumvirat bis zum gnadenlosen Kampf um Süßigkeiten – jeder Buchstabe enthüllt eine neue Facette des Festes. Für Einheimische wie Besucher gleicht das Verständnis dieser Bräuche dem Schlüssel zu einer der wildesten Wochen der Stadt.






