Kultusminister Weimer in der Kritik: Holocaust-Überlebende fordern Ausschluss von Gedenkfeier
Hildegund LachmannKultusminister Weimer in der Kritik: Holocaust-Überlebende fordern Ausschluss von Gedenkfeier
Umstritten ist Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, da die Forderungen nach seinem Ausschluss von einer zentralen Holocaust-Gedenkveranstaltung lauter werden. Zwei bedeutende Überlebendenverbände – die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) – Buchenwald-Dora – haben ihn aufgefordert, bei der diesjährigen Befreiungsfeier nicht zu sprechen. Der Streit eskaliert nach monatelanger Kritik an seiner Amtsführung in kulturellen Institutionen und bei der Vergabe von Preisen.
Die Spannungen verschärften sich im März 2026, als Weimer drei Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausschloss. Die Entscheidung, die auf nicht näher bezeichneten Extremismusvorwürfen beruhte, löste Empörung aus. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte den Schritt als willkürlich, monierte fehlende Transparenz und kritisierte, dass den Betroffenen keine Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt wurde. Der Verband warnte, die Glaubwürdigkeit des Preises sei dadurch schwer beschädigt worden.
Weitere Kritik folgte, nachdem Weimer den Verfassungsschutz mit der Prüfung von Buchhandlungen beauftragt hatte – ein Schritt, den Gegner als überzogen brandmarkten. Zudem stand er in der Kritik, weil er die Preisverleihung komplett absagte. Auch sein Plan, den Ausbau der Nationalbibliothek Leipzig zu stoppen, stieß auf Widerstand bei Kulturvertretern.
Trotz der Kontroversen verteidigte Bundeskanzler Olaf Scholz Weimer im Parlament und bekräftigte seine Unterstützung für viele der Kulturpolitiken des Ministers. Friedrich Merz, Vorsitzender der oppositionsführenden CDU, räumte zwar ein, dass Weimers Amtsführung weiterhin polarisiere, betonte aber, der Minister genieße nach wie vor sein Vertrauen. Zudem wurde bekannt, dass Weimer versucht haben soll, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen – offiziell wurde jedoch nichts unternommen.
Der Aufruf der Buchenwald-Überlebenden, Weimer von der Gedenkveranstaltung auszuschließen, unterstreicht das Ausmaß der Ablehnung seiner Führung. Angesichts der Kritik von Kultureinrichtungen, politischen Gegnern und selbst Verbündeten werden seine künftigen Schritte wohl noch genauer unter die Lupe genommen. Der Konflikt spiegelt die größeren Debatten über Transparenz und politischen Einfluss im deutschen Kulturbetrieb wider.






