14 March 2026, 00:22

Lamin Leroy Gibba revolutioniert mit Black Fruits das deutsche Fernsehen

Eine Frau in einem Kleid und ein Mann in einem Anzug sind auf einer Werbung für den Berliner Leben Film zu sehen, mit Text, einem Stempel, ein paar Menschen und einem Gebäude im Hintergrund.

Du hast keine Rollen für Schwarze Menschen? Dann 'Auf Wiedersehen, Deutschland!' - Lamin Leroy Gibba revolutioniert mit Black Fruits das deutsche Fernsehen

Lamin Leroy Gibba hat mit Black Fruits eine bahnbrechende neue Serie für die ARD geschaffen. Die Produktion erzählt aus der Perspektive von Lalo, einem schwarzen, schwulen Mann aus Hamburg, von Rassismus, Sexismus und Homophobie. Gibba, der das Projekt als Schauspieler, Autor und Schöpfer leitet, ließ dabei eigene Erfahrungen aus seiner Kindheit und Jugend in Deutschland einfließen.

Die Serie wurde bereits ausgezeichnet: Sie gewann den Bayerischen Fernsehpreis (Blauer Panther) und ist für den Grimme-Preis nominiert. Hinter der Kamera setzte Gibba auf ein Team, das mehrheitlich aus queeren Menschen und People of Color besteht – eine Besetzung, die die Themen der Serie auch in ihrer Entstehung widerspiegelt.

Gibba wurde 1994 in Münster geboren und wuchs als ältestes von sechs Geschwistern in Hamburg auf. Schon mit elf Jahren erlebte er Diskriminierung, als ihm wegen seiner Hautfarbe die Teilnahme an einer Theaterproduktion verwehrt wurde. Diese frühe Erfahrung prägte sein späteres Schaffen und trieb ihn an, Ungerechtigkeit durch Geschichten sichtbar zu machen.

Nach der Schule zog es ihn in die USA, wo er an der New School der New York University Schauspiel, Regie und Drehbuch studierte. Dort traf er auf Hollywood-Stars wie Julianne Moore und Emma Stone. Sein Talent blieb nicht unbemerkt: Er schaffte es auf die Forbes-Liste 30 Under 30 und wurde für einen seiner Kurzfilme ausgezeichnet.

Fünf Jahre später kehrte Gibba mit der Idee zu Black Fruits nach Deutschland zurück. In Berlin entwickelte er die Serie weiter, die Lalos Alltag zwischen alltäglichen Vorurteilen zeigt. Anders als viele Formate inszeniert Black Fruits Diskriminierung nicht als dramatische Höhepunkte, sondern als selbstverständliche, fast beiläufige Ereignisse. Dieser realistische Ansatz verleiht der Serie eine ungeschönte Ehrlichkeit, die bei Publikum und Kritik gleichermaßen anklingt.

Black Fruits markiert einen Meilenstein für das deutsche Fernsehen – sowohl inhaltlich als auch in der Produktion. Die Serie hat bereits einen bedeutenden Preis gewonnen und eine renommierte Nominierung erhalten. Gibbas Engagement für vielfältige Repräsentation, vor und hinter der Kamera, setzt neue Maßstäbe für Inklusion in der Branche.

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