05 April 2026, 08:19

"Merz kann mich mal!" – Wie ein Protestspruch Deutschland polarisiert

Eine Gruppe von Menschen marschiert bei einer Protestaktion gegen die Anti-Kriegsbewegung in Berlin, einige halten Schilder und andere fahren Fahrräder, im Hintergrund ist ein Gebäude mit Bögen, Säulen und Skulpturen zu sehen.

"Merz kann mich mal!" – Wie ein Protestspruch Deutschland polarisiert

Ein Transparent mit einer Protestparole gegen Friedrich Merz hat für Aufsehen gesorgt, nachdem es vergangenen Freitag an der Technischen Universität Berlin aufgehängt wurde. Die von einer Studentengruppe angebrachte Losung "Merz kann mich mal am Arsch lecken!" löste einen Polizeieinsatz und ein juristisches Ermittlungsverfahren aus. Der Slogan verbreitet sich seitdem rasant in sozialen Medien, bei Demonstrationen und sogar in der Musikszene.

Das Banner prangte an der Fassade des Universitätsgebäudes am Ernst-Reuter-Platz, einem vierstöckigen Bau mit schlichter Außenfassung. Die Studenteninitiative EB 104, die im zweiten Stock residiert, hatte das Transparent unter ihren Fenstern – erkennbar an blauen A4-Blättern – befestigt. Die Gruppe setzt sich für die Verbesserung des Campuslebens sowie für ökologische, wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit ein.

Die Polizei entfernte das Banner bereits nach 15 Stunden. EB 104 kritisierte dies als "höchst problematisch" und warf Fragen zur studentischen Selbstverwaltung und Meinungsfreiheit auf. Unterdessen wurde eine 18-jährige Demonstrantin bei einer Kundgebung gegen die Wehrpflicht kurzzeitig festgenommen, weil sie denselben Spruch auf ein Schild geschrieben hatte. Die Behörden ermitteln nun wegen "übler Nachrede und Verleumdung" nach deutschem Recht, das falsche Behauptungen unter Strafe stellt, sofern sie den Ruf einer Person schädigen.

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Mittlerweile hat sich der Slogan zu einem breiten Ventil für den Unmut über Merz' Politik entwickelt. Er taucht in Memes, Liedern und auf Protesten auf und etabliert sich zunehmend als Kampfparole. Bisher gibt es keine öffentlichen Reaktionen von Merz auf den Spruch oder die damit verbundenen Vorfälle.

Die Entfernung des Transparents und die laufenden Ermittlungen verdeutlichen die Spannungen zwischen freier Meinungsäußerung und rechtlichen Grenzen in Deutschland. Der Slogan kursiert weiter online und bei Demonstrationen – und festigt so seinen Platz im politischen Diskurs. Der Widerspruch von EB 104 gegen das Polizeivorgehen deutet darauf hin, dass die Debatte über Studentenrechte und Zensur anhalten wird.

Quelle