Milo Rau inszeniert Scheinprozess gegen Deutschland bei den Lessing-Tagen
Hans-Werner HövelRegisseur Milo Rau stellt die AfD im Theater vor Gericht - Milo Rau inszeniert Scheinprozess gegen Deutschland bei den Lessing-Tagen
Die diesjährigen Hamburger Lessing-Tage enden mit einem gewagten theaterischen Experiment: Der Schweizer Regisseur Milo Rau inszeniert am Thalia Theater ein dreitägiges Gerichtsverfahren gegen Deutschland. Die Veranstaltung, eine Mischung aus Recht und Performance, wird die Frage aufwerfen, ob die rechtspopulistische AfD verboten werden sollte.
Die Hamburger Lessing-Tage wurden 2010 als politisches Festival von Joachim Lux gegründet. Die diesjährige Ausgabe, kuratiert von Matthias Lilienthal, läuft bis zum Abschlusswochenende. Raus Produktion verwandelt das Theater in einen fiktiven Gerichtssaal, geleitet von Herta Däubler-Gmelin, der ehemaligen deutschen Justizministerin.
Der Scheinprozess folgt echten Verfahrensregeln: Juristen und Rechtsexperten debattieren über die Zukunft der AfD. Das Publikum kann die Verhandlungen live über die Website des Thalia Theaters verfolgen. Rau ist bekannt dafür, Fakt und Fiktion in politisch aufgeladenen Werken zu verbinden – oft inszeniert er reale Ereignisse mit immersiven Techniken nach.
Zu seinen früheren Projekten zählen Der Kongo-Tribunal (2015), das die wirtschaftliche Ausbeutung im Kongo untersuchte, sowie Breiviks Erklärung (2014), eine Reinszenierung der Anschläge in Norwegen 2011. Seine Moskauer Prozesse (2013) setzten Stalins Säuberungen in Szene, kombiniert mit dokumentarischen Elementen und Live-Performance. Diese Produktionen bilden das Vorbild für das Gerichtsverfahren gegen Deutschland, bei dem erneut Publikumsteilnahme und juristischer Realismus im Mittelpunkt stehen.
Die Veranstaltung bildet den Höhepunkt des Festivals mit einer prominent besetzten Debatte über Demokratie und Extremismus. Fachjuristen leiten das Verfahren, während Zuschauer weltweit den Livestream verfolgen können. Das Ergebnis hat zwar keine rechtliche Bindung, soll aber die Diskussion über die politische Landschaft Deutschlands anregen.
Jury Urteilt AfD Verfassungswidrig in Milo Rau's Prozess
Der dreitägige theatralische Prozess in Deutschland endete mit einem historischen Urteil. Die Jury befand die AfD in wesentlichen Aspekten für verfassungswidrig und forderte eine Überprüfung eines Parteiverbots. Ihre Feststellungen umfassten:
- Sofortige Einstellung der staatlichen Förderung für die AfD
- Rechtliche Überprüfung der Parteiverbotsverfahren erforderlich
- Urteil am 15. Februar 2026 während der Lessing-Tage in Hamburg gefällt





