27 January 2026, 04:55

Nel ASA: Warum die Wasserstoff-Aktie trotz Zukunftsplänen im freien Fall ist

Ein Plakat mit Text und Bildern von Windrädern, das den Fortschritt der sauberen Energie- und Offshore-Windindustrie in Amerika unter der Verwaltung von Präsident Biden hervorhebt.

Nel ASA: Warum die Wasserstoff-Aktie trotz Zukunftsplänen im freien Fall ist

Nel ASA: Aktienkurs stürzt ab – Wasserstoffbranche kämpft mit schwacher Nachfrage und hohen Kosten

Die Aktie von Nel ASA hat in den vergangenen zwei Jahren stark an Wert verloren: Von über 5,00 norwegischen Kronen (NOK) Mitte 2024 fiel der Kurs bis Januar 2026 auf etwa 2,28 NOK. Der Rückgang folgt auf enttäuschende Umsätze im Jahr 2025 und anhaltende Unsicherheiten im Wasserstofftechnologie-Sektor. Analysten stufen die Papiere des Unternehmens mittlerweile als "Verkauf" ein – begründet mit hohen Kosten und einer zögerlichen Marktentwicklung.

Der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur leidet unter hohen Investitionskosten und geringer Nachfrage, was zu einer deutlichen Anhebung der Prognosen für die Preise von grünem Wasserstoff geführt hat. Trotz Rekordinvestitionen von 2,3 Billionen US-Dollar in die globale Energiewende im Jahr 2025 flossen lediglich 7,3 Milliarden US-Dollar in saubere Wasserstoffprojekte – ein Bruchteil im Vergleich zu anderen Bereichen der Energiewende. Diese Diskrepanz lässt Anleger kurzfristig skeptisch in die Zukunft der Branche blicken.

Die Schwierigkeiten von Nel ASA zeigen sich trotz wachsender langfristiger Unterstützung für die Wasserstoffwirtschaft. Im Juni 2025 unterzeichneten neun Nordsee-Anrainerstaaten, darunter Norwegen, die Hamburger Erklärung, um die Produktion von offshore erzeugtem grünem Wasserstoff auszubauen. Das Abkommen zielt auf eine grenzüberschreitende Offshore-Windkapazität von bis zu 100 Gigawatt bis 2050 ab – was langfristig auch Technologieanbietern wie Nel ASA zugutekommen könnte. Frühere Rückschläge unterstreichen jedoch die Volatilität des Sektors: So wurde im März 2022 das Aurora-Wasserstoffprojekt in der norwegischen Mongstad-Raffinerie – unterstützt von Eviny, Equinor und Air Liquide – eingestellt. Damit erlitt die Entwicklung von flüssigem Wasserstoff für die Schifffahrt einen herben Dämpfer.

Der Kursverfall von Nel ASA spiegelt die grundsätzlichen Probleme des Wasserstoffmarktes wider, der weiterhin mit hohen Kosten und langsamen Infrastrukturfortschritten zu kämpfen hat. Zwar bieten Initiativen wie die Hamburger Erklärung langfristige Perspektiven, doch das Unternehmen steht unter immediate Druck durch schwache Umsätze und Investorenskepsis. Die Kluft zwischen der Finanzierung von Wasserstoffprojekten und den allgemeinen Energiewende-Investitionen bleibt eine centrale Hürde für die Branche.