NRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlern gegen Online-Gefahren
George BenthinNRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlern gegen Online-Gefahren
Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt digitale Ermittlungskompetenz
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine große Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich digitaler Ermittlungen auszubauen. Den Anstoß gab ein islamistischer Messerangriff in Solingen. Kern der Initiative ist ein neues Schulungsprogramm für Beamte, das darauf abzielt, die Überwachung von Online-Bedrohungen und die sichere Beschaffung von Informationen zu verbessern.
Die Erweiterung begann im September 2024 mit dem Projekt „Digitale Streife“. Dabei wurden zehn neue Mitarbeiter für das Landeskriminalamt (LKA) eingestellt, zudem wurden fast 100 weitere Beamte in sechs spezialisierten Einheiten eingebunden. Diese Teams übernehmen nun allgemeine OSINT-Recherchen (Open-Source-Intelligence) und bieten bei dringenden Fällen der nationalen Sicherheit schnelle Unterstützung an.
Das OSINT-Team des LKA ist deutlich gewachsen – von einst zwei Mitgliedern zu einer 16köpfigen Abteilung. Mittlerweile arbeiten dort IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler zusammen. Fabian Coenen, Leiter der Abteilung 22.2 beim LKA in Düsseldorf, bestätigte, dass die Maßnahme Teil einer umfassenderen Reaktion auf den Anschlag in Solingen sei.
Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, Dozent bei der Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), entwickelte ein webbasiertes Schulungsprogramm mit zehn Modulen. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Beamten ein einheitliches Niveau in der OSINT-Arbeit erreichen. Jannik Doktorowski, ein Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld, schloss im Oktober 2025 die erste Schulungsgruppe ab. Er betonte, wie das Programm die operationelle Sicherheit und die Ermittlungskompetenz verbessert habe – etwa durch die Vermeidung digitaler Spuren.
Bei einer aktuellen Operation nutzten Ermittler Instagram, um einen gesuchten Influencer zu überführen. Durch die Analyse seiner Posts und Kommentare sammelten sie entscheidende Beweismittel für den Fall.
Die ausgebauten OSINT-Teams sind nun besser gerüstet, um digitale Bedrohungen zu bekämpfen. Die Schulungen stellen sicher, dass die Beamten rechtssicher und geschützt im Netz agieren. Das Projekt markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei Terrorismus und Kriminalität im digitalen Raum angeht.






