25 February 2026, 06:45

Pflegeversorgung in Deutschland: Vertrauenskrise erreicht alarmierenden Tiefpunkt

Eine alte Postkarte mit zwei Stempeln in der oberen rechten Ecke, die an Lichtenwald, Deutschland, adressiert ist und handgeschriebene Texte enthält.

Mehrheit im Norden erwartet verschlechterte Pflegesituation - Pflegeversorgung in Deutschland: Vertrauenskrise erreicht alarmierenden Tiefpunkt

Vertrauen in Deutschlands Pflegeversorgung auf neuem Tiefstand

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Das Vertrauen der Bevölkerung in das deutsche Pflegesystem ist auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Eine im November 2025 im Auftrag der DAK-Gesundheit durchgeführte Allensbach-Umfrage offenbart eine breite Unzufriedenheit: Fast zwei Drittel der Befragten bewerten die Qualität der Pflege als schlecht oder sehr schlecht. Im ganzen Land werden die Rufe nach dringenden Reformen immer lauter.

Besonders dramatisch ist die Lage in Schleswig-Holstein, wo 67 Prozent der Teilnehmer die Langzeitpflege als unzureichend bezeichnen. Dies entspricht dem bundesweiten Trend, bei dem 63 Prozent die Versorgung als "nicht gut" oder "überhaupt nicht gut" einstufen. Die Umfrage legt zudem tiefe finanzielle Sorgen offen: 76 Prozent zweifeln an der Zukunftsfähigkeit des Systems, während 86 Prozent es als ungerecht empfinden, dass die geleisteten Beiträge keine ausreichende Absicherung garantieren.

Der akute Pflegekräftemangel bleibt das drängendste Problem – 76 Prozent sehen darin die größte Herausforderung. Gleichzeitig treiben explodierende Kosten in Pflegeheimen die Krise weiter voran und lassen viele um ihre finanzielle Zukunft fürchten. Rund drei Viertel der Befragten gaben zu, sich eine notwendige Pflege schlicht nicht leisten zu können.

Laut Umfrage sind 54 Prozent der Meinung, dass der Staat und die gesetzliche Pflegeversicherung die Langzeitpflege allein finanzieren sollten. Dennoch betonen 90 Prozent, dass die Bezahlbarkeit für alle gesichert werden muss. Cord-Eric Lubinski, Landeschef der DAK-Gesundheit, fordert die Politik zum Handeln auf und warnt: Fast die Hälfte der Befragten erwartet, dass sich die Situation in den kommenden zehn Jahren weiter verschlechtern wird.

Die Ergebnisse zeichnen das Bild eines Systems am Limit. Angesichts steigender Kosten, Personalmangels und schwindenden Vertrauens wächst der Druck auf die Politik, endlich Konsequenzen zu ziehen. Die Umfrage macht deutlich: Ohne grundlegende Änderungen wird die Pflege in Deutschland vor noch größeren Herausforderungen stehen.