Pharmazeutische Dienstleistungen in der Krise: Warum Apotheken trotz Nachfrage verlieren
Hans-Werner HövelPharmazeutische Dienstleistungen in der Krise: Warum Apotheken trotz Nachfrage verlieren
Die Nachfrage nach den vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) in Deutschland steigt seit ihrer Einführung kontinuierlich an. Immer mehr Apotheken bieten diese Leistungen an, doch viele kämpfen damit, kostendeckend zu arbeiten. Von den insgesamt 537 Millionen Euro, die für die pDL vorgesehen waren, blieben erhebliche Mittel ungenutzt – das wirft Fragen nach der Zukunftsfähigkeit des Programms auf.
Eine aktuelle Studie unterstreicht die finanzielle Belastung der Apotheken, die pDL-Dienstleistungen erbringen. Mehr als die Hälfte der Betreiber, die Risikobewertungen bei Bluthochdruck durchführen, arbeiten mit Verlusten. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert daher höhere Vergütungen, um die Nachhaltigkeit des Systems zu sichern.
Doch die Probleme beschränken sich nicht auf die Finanzierung. Personalmangel, ein hoher administrativem Aufwand und beengte räumliche Verhältnisse erschweren die Umsetzung. Zudem belasten Spannungen zwischen den Gesundheitsberufen die Einführung zusätzlich. Trotz dieser Hindernisse betont die Freie Apothekerschaft (FA), dass Apotheken über das nötige Fachwissen verfügen – wenn nur die Vergütung die tatsächlichen Kosten decken würde.
Gesundheitsministerin Nina Warken schlug vor, die ungenutzten pDL-Mittel in die allgemeine Apothekenvergütung umzuschichten. Die Studie warnt jedoch, dass ein solcher Schritt die Grundlagen des Programms untergraben könnte. Ohne Anpassungen riskieren die Verantwortlichen, die langfristige und flächendeckende Verfügbarkeit dieser Leistungen zu gefährden.
Die pDL stehen an einem Scheideweg. Unausgeschöpfte Mittel und unzureichende Vergütungen bedrohen ihre Stabilität. Damit Apotheken diese Dienstleistungen auch künftig anbieten können, müssen die politischen Entscheidungsträger zeitnah die finanziellen und operativen Hürden abbauen.