Philologenverband kritisiert fehlende Investitionen in Schulen aus dem Sondervermögen
George BenthinPhilologenverband kritisiert fehlende Investitionen in Schulen aus dem Sondervermögen
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) kritisiert die Verwendung des deutschen Sondervermögens in Höhe von 500 Milliarden Euro. Nach Ansicht des Verbands fließt zu wenig Geld in Schulen – obwohl die Mittel laut Vorgaben für neue Investitionen bestimmt sind. Die Philologen fordern nun die Bundesländer auf, enger zusammenzuarbeiten und die Bildung bei künftigen Vergaben zu priorisieren.
Der DPhV hatte zuvor gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Schulsanierungen, Modernisierungen und die digitale Ausstattung bereitzustellen. Doch Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo Instituts zeigen: Ein Großteil der 2025 aufgenommenen Schulden finanzierte keine zusätzlichen Projekte, sondern ersetzte lediglich bestehende Ausgaben.
Laut Artikel 143h des Grundgesetzes soll das Sondervermögen ausschließlich neue Investitionen abdecken. Dennoch wurde 2025 kein spezifischer Betrag aus den 500 Milliarden Euro für den Bildungsbereich vorgesehen. Zwar waren in den allgemeinen Plänen rund 37 Milliarden Euro für verschiedene Investitionen veranschlagt, doch keines dieser Mittel war klar für Schulen oder Kommunen reserviert.
Die Bundesvorsitzende des DPhV, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, warnte, dass die jüngere Generation die Schulden später zurückzahlen müsse, ohne heute davon zu profitieren. Sie betonte, dass die Gelder rechtlich verbindlich an konkrete Maßnahmen geknüpft werden müssten – etwa an Schulneubauten, Instandsetzungen, Ausstattung und digitale Infrastruktur.
Aktuelle Programme wie der DigitalPakt 2.0, der bis 2030 rund fünf Milliarden Euro bereitstellt, decken den tatsächlichen Bedarf bei Weitem nicht. Gleichzeitig berichtet die KfW, dass Kommunen bereits 67,8 Milliarden Euro an Investitionsstau bei Schulgebäuden angehäuft haben.
Der Appell des DPhV kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Hinweise verdichten, dass die geliehenen Mittel nicht im Bildungsbereich ankommen. Da für 2025 keine klaren Zuweisungen für Schulen vorgesehen sind, pocht der Verband auf verbindliche Regeln, um sicherzustellen, dass künftige Ausgaben gezielt in Sanierungen und digitale Aufrüstung fließen. Ohne Kurskorrektur droht der Rückstau bei Instandhaltung und Modernisierung der Schulen weiter zu wachsen.






