Politische Grabenkämpfe im Berliner Abgeordnetenhaus eskalieren vor Osterpause
Hans-Werner HövelPolitische Grabenkämpfe im Berliner Abgeordnetenhaus eskalieren vor Osterpause
Heftige Debatten und politische Spannungen im Berliner Abgeordnetenhaus
Diese Woche war das Berliner Abgeordnetenhaus Schauplatz hitziger Debatten und politischer Spannungen. Eine Abstimmung über den umstrittenen Ausbildungsabgaben-Gesetzentwurf spaltete die Abgeordneten, während die CDU-Senatorin Katharina Günther-Wünsch Gegner wegen Vorfällen in einem Jugendclub scharf kritisierte. Gleichzeitig musste sich Bürgermeister Kai Wegner Fragen zu seinem Handeln während des Stromausfalls im Januar stellen und räumte Kommunikationspannen ein.
Der überarbeitete Ausbildungsabgaben-Entwurf sorgte für Zündstoff: 16 Abgeordnete stimmten dagegen, fünf enthielten sich – allesamt aus der AfD-Fraktion. Wirtschaftsführer hatten sich öffentlich gegen das Vorhaben ausgesprochen und damit Druck auf die CDU ausgeübt. Überraschend erklärten die Grünen und die Linke ihre Unterstützung, was eine Mehrheit sichern und die rot-schwarze Koalition belasten könnte.
In der Fragestunde traf Kai Wegner gerade noch rechtzeitig ein, um den Grünen Rede und Antwort zu seinem Krisenmanagement während des Januar-Stromausfalls zu stehen. Er gestand Fehler in der Kommunikation ein, entschuldigte sich und gab zu, während der Krise zu Hause gewesen zu sein – mit Ausnahme eines Tennis-Matches und eines Spaziergangs mit dem Hund.
In einem anderen Streitpunkt griff CDU-Senatorin Katharina Günther-Wünsch drei Politiker wegen des Umgangs mit mutmaßlicher sexualisierter Gewalt in einem Neuköllner Jugendclub scharf an. Sie warf dem SPD-Bezirksbürgermeister Martin Hikel vor, Verantwortung zu umgehen, der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, das Thema in ihrer Rede ignoriert zu haben, und der Linken-Politikerin Sarah Nagel vor, die Situation falsch gehandhabt zu haben.
Die Sitzung markierte das Ende der parlamentarischen Arbeit vor der vierwöchigen Osterpause. Der Ausbildungsabgaben-Entwurf hängt nun von parteiübergreifender Unterstützung ab, nachdem Grünen und Linke die Reihen verlassen haben, um ihn zu befürworten. Wegners Eingeständnis von Fehlern während des Stromausfalls nährt indes die Kritik an seiner Führung. Das Parlament wird erst nach der Osterpause wieder zusammentreten – bis dahin bleiben die Spannungen ungelöst.






