24 March 2026, 10:21

Polizei Reutlingen und Gedenkstätte Friedhofsfeld X besiegeln historische Partnerschaft

Eine Gruppe von Polizisten in Uniform und mit Mund-Nasen-Schutz steht vor einem Gebäude, einige halten Kameras, mit einem Banner, Geländern, Pflanzen, Bäumen und Deckenlampen im Hintergrund.

Polizei Reutlingen und Gedenkstätte Friedhofsfeld X besiegeln historische Partnerschaft

Die Polizeidirektion Reutlingen hat offiziell eine Partnerschaft mit der Initiative Gedenkstätte Friedhofsfeld X geschlossen, um die Aufklärung über die NS-Geschichte zu vertiefen. Am 18. März 2026 wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die einen formalen Schritt im landesweiten Polizeiprojekt "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz" markiert. Die Initiative fördert, dass Beamte sich mit historischen Stätten und Ausstellungen zur NS-Verfolgung auseinandersetzen.

Die Vereinbarung unterzeichneten Polizepräsident Udo Vogel und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen, Leiterin der Gedenkstätteninitiative. Vogel betonte die Bedeutung solcher Besuche für die politische Bildung und verwies auf die Pflicht der Polizei, die Grundrechte zu wahren. Schön Hagen dankte der Behörde für ihr Engagement und sicherte zu, dass die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und Nationalsozialismus" über die aktuelle Verlängerung hinaus bis 2027 zugänglich bleibt.

Im Rahmen des Projekts werden Polizeimitarbeiter:innen Führungen durch die Ausstellung, Gastvorträge und Exkursionen zu historischen Orten angeboten. Fünf sogenannte "strategische Pat:innen" wurden bereits geschult, um diese Aktivitäten zu leiten und so die fachliche Weiterbildung aller Beschäftigten zu fördern. Die Ausstellung selbst entstand aus einem vierjährigen Forschungsprojekt und gilt als zentraler Erinnerungsort an die NS-Herrschaft in Tübingen.

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Das 2024 landesweit gestartete Programm "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz" zielt darauf ab, innerhalb der Polizei Demokratie, Toleranz und interkulturellen Austausch zu stärken. Während die Reutlinger Partnerschaft nun offiziell besiegelt ist, bleibt unklar, wie viele weitere Polizeidienststellen in Baden-Württemberg ähnliche Kooperationen mit Gedenkstätten eingegangen sind.

Die Zusammenarbeit sieht vor, dass Beamte aus Reutlingen regelmäßig die Ausstellung besuchen und an Bildungsprogrammen teilnehmen. Die Initiative unterstreicht die Rolle der Polizei als Hüterin demokratischer Werte und unterstützt gleichzeitig die Bewahrung des historischen Gedächtnisses. Die Partnerschaft soll mindestens bis zum verlängerten Ausstellungsende 2027 fortgeführt werden.

Quelle