Rehlinger lehnt Mehrwertsteuer-Erhöhung ab und fordert gerechtere Reformen
George BenthinRehlinger lehnt Mehrwertsteuer-Erhöhung ab und fordert gerechtere Reformen
Saarlands SPD-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat Pläne zur Erhöhung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent scharf kritisiert. Eine solche Maßnahme belaste ungerechtfertigt normale Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ohne grundlegende Steuerreformen anzugehen, argumentiert sie. Ihre Äußerungen fallen vor einer SPD-Konferenz an diesem Freitag, auf der die Partei ihre Reformprioritäten für die kommenden Monate festlegen wird.
Die Bundesregierung prüft derzeit einen internen Vorschlag, den regulären Mehrwertsteuersatz um zwei Prozentpunkte anzuheben. Rehlinger hat deutlich gemacht, dass sie diesem Vorhaben nur zustimmen würde, wenn es an anderer Stelle durch spürbare Entlastungen ausgeglichen werde. Stattdessen spricht sie sich für eine Senkung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von derzeit 7 Prozent aus – flankiert von Steuersenkungen und geringeren Sozialabgaben auf Arbeitseinkommen.
Ihr Alternativkonzept zielt darauf ab, die Steuerlast für 95 Prozent der Beschäftigten zu verringern, während Spitzenverdiener stärker zur Kasse gebeten werden sollen. Rehlinger unterstützt zudem den Vorstoß von Finanzminister Lars Klingbeil, das Ehegattensplitting abzuschaffen. Zusätzlich setzt sie sich für eine Erhöhung der Erbschaftsteuer ein, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Auf der anstehenden SPD-Konferenz sollen diese Vorschläge als Teil eines umfassenderen Reformprogramms formal beschlossen werden. Rehlingers Position spiegelt dabei breitere parteiinterne Bedenken wider, Steuergerechtigkeit zu gewährleisten, ohne Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen übermäßig zu belasten.
Falls umgesetzt, würden Rehlingers Pläne Teile des deutschen Steuersystems neu gestalten. Im Mittelpunkt steht die Entlastung der Mehrheit der Beschäftigten, während Vermögendere und große Erbschaften stärker herangezogen werden sollen. Die endgültigen Beschlüsse der SPD werden nach der Konferenz in dieser Woche bekannt gegeben.






